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ErdkundeBrockhaus 1882

Drenthe, die am Dedenanr bevölkerte Provinz des Königreichs der Niederlande, begrenzt im O. von Preußen, im N. von Gröningen, im W. von Friesland und im S. von Overyssel, hat ein Areal von 2662,71 qkm und eine Bevölkerung (1881) von 120 734 Seelen. Der mittlere Teil des Landes liegt etwa 13 m, in den höchsten Punkten gegen 16 m über der Umgebung, zu welcher er nach allen Seiten sanft abfällt, und ist, wie diese, völlig eben. Die Bodenfläche besteht aus großen Veenen (Fennen), Heidefeldern, Torfmooren und mit Steinen vermischten Sandflächen. Die bedeutendsten Veenen sind Smilder-Veenen gegen Friesland und das Grenz⸗ und Bourtanger Moor an der Ostgrenze. Eigentliche Flüsse sind nicht vorhanden, sondern nur Bäche und einige kleine Seen. Zur Entwässerung und zur Kommunikation sind verschiedene Vaarten oder Kanäle angelegt. Der Drenthsche Hauptkanal (Hoofdvaart) geht von Meppel gegen Nordnordosten in die Gegend von Assen, der Noord-Willems-Kanal von dort nach Gröningen. Von ersterm ziehen sich die Hoogeveensche Vaart und der Oranjekanal quer durch das Land, letzterer durch das früher als öde Heide berüchtigte Ellersfeld. Man hat allmählich den nur mit kümmerlicher Weide bewachsenen Heideflächen, sowie den Torfmooren immer mehr Terrain für die Kultur abgewonnen, hauptsächlich durch das Rasen⸗ und Moorbrennen. Weizen wird in der Provinz nicht gebaut, sondern nur Roggen, Buchweizen, Hafer,. Kartoffeln, Rüben, Kohl u. dgl. Neben der Viehzucht mit Buttergewinnung ist die Bienenzucht von Wichtigkeit. Einen reichen Schatz bietet der Torf, dessen Gräberei, Transport und Verkauf ein Hauptgeschäft der Bevölkerung bildet. Die Torfgräberei beschäftigt ungefähr 8000 Personen. Die Industrie ist unbedeutend und beschränkt sich auf Woll⸗, Lein⸗, und Kalikoweberei. Die ganze Provinz bildet nur einen Gerichtsbezirk, zerfällt in drei Kommunalbezirke und zählt 33 Gemeinden, von denen 19 weniger als 3000 E. haben. Die Hauptstadt ist Assen (s. d.), bedeutender ist Meppel (s. d.). Eine Merkwürdigkeit der Provinz sind die sog. Hünengräber, welche sich nirgends in so großer Anzahl vorfinden. Im Mittelalter gehörte D. als Grafschaft zum Deutschen Reiche, mit der unter Kaiser Heinrich III. die Bischöfe von Utrecht belehnt wurden. Im J. 1522 brachte sie Herzog Karl von Geldern an sich; doch sein Nachfolger, der Herzog von Jülich, mußte sie 1538 an Kaiser Karl V. abtreten, der sie mit den Niederlanden vereinigte. Sie befreite sich gleichzeitig mit den übrigen Provinzen von der span. Herrschaft, wurde aber wegen ihrer Geringfügigkeit nicht als eine selbständige Provinz anerkannt, sondern stand als eine besondere Landschaft unter dem Schutze der aus der Familie der Leguminosen. an kennt nur wenige Arten, die eine davon ist im mi der Afrika einheimisch, die übrigen gehören sämtlich der Flora des tropischen Asien an. Es sind e äume oder kletternde Sträucher mit unpaarig gefiederten Blättern und roten oder weißen Blüten. Jene in Afrika vorkommende Art, D. senegalensis Nees, liefert eine Sorte des afrik. Kino, das früher in den europ. Handel kam, jetzt aber von andern Kinosorten verdrängt worden ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 550Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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