FeedDreutelen (Alexander Romanowitsch)
GeschichteBrockhaus 1882

Dreutelen (Alexander Romanowitsch), russ. General und Staatsmann, geb. 1820 im Gouvernement Kiew, trat 1838 in die Armee ein, wurde 1850 Oberst, 1859 Generalmajor, 1865 Generallieutenant, 1867 Generaladjutant und Gehilfe des Präsidenten des Komitees zur Reorganisation der Truppen. Nachdem er einige Jahre der russ. Botschaft in Berlin als Militärattaché beigegeben war, wurde er 1872 Kommandant des kiewschen Militärbezirks und übernahm 1877 beim Ausbruch des Russisch-Türkischen Kriegs den Oberbefehl über die im Rücken der Operationsarmee nördlich von der Donau aufgestellten Truppen und hatte sein Hauptquartier in Bukarest. Nach der Ermordung des Generals Mesenzew 16. Aug. 1878 wurde D. zum Chef der Dritten Abteilung der geheimen Kanzlei des Kaisers ernannt und hatte als solcher die Leitung der polit. Polizei des gesamten russ. Reichs in seiner Hand. Wie sein Vorgänger, so war auch er das Ziel Rirsti, schob 25. Attentats. Ein Russe, Namens Mirski, schoß 25. März 1879 zweimal auf ihn, traf ihn jedoch nicht. Erst später wurde der Attentäter in Taganrog verhaftet und u Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt. Als nach em Attentat im Winterpalais (17. Febr. 1880) Loris-Melikow mit diktatorischer Gewalt ausgestattet und als Minister des Innern zugleich Chef der Dritten Abteilungo wurde, trat D. 11. März von diesem Posten zurück, wurde zum Mitglied des Reichsrats und im Mai zum Generalgouverneur in Odessa ernannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 550Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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