FeedDrömling
ErdkundeBrockhaus 1882

Drömling, eine waldige Sumpfniederung in 56 m auß⸗ auf der Grenze von Braunschweig und den preuß. Provinzen Hannover und Sachsen, hat eine Länge von nahe 30 km bei 8 kKm Breite. Die Niederung wird in nordwestl. Richtung vom Weserzufluß Aller, in südöstlicher vom Elbzufluß Ohre durchflossen und von vielen Entwässerungsgräben durchzogen, die nach der Ohre hin abfallen, und unter denen der Fanggraben dazu bestimmt ist, die Wasser der Aller bei Flutzeit in die Ohre abzuleiten, sodaß alsdann eine wahre Teilung der Gewässer in einer absoluten Höhe von etwa 65 mlbei Obisfelde) stattsindet und hier leicht eine Kanalverbindung zwischen dem Elbe⸗ und Wesergebiet herzustellen wäre. In alter Zeit hatte der D. eine größere Ausdehnung, und es setzten die unzähligen kleinen Arme der Ohre, welche sich in dem Sumpfe verlor, im Frühjahr das Land unter Wasser. Friedrich d. Gr. entwarf den Plan, den preuß. Anteil entwässern zu lassen, dessen Ausführung 1776 begann. Doch erst Friedrich Wilhelm II. führte ihn 1788—96 zu Ende, wenn auch nicht ganz. Im D. sind sonach 4600 ha in Wiesen- und Weideland verwandelt worden, worin ansehnliche Rinder⸗- und Pferdezucht getrieben und durch hohe Dämme die Kommunikation unterhalten wird. Die sog. Drömlinger Bauern führten im Mittelalter und bis auf die neuere Zeit manche kühne That aus. In Kriegszeiten bedrängt, flüchteten sie auf die mitten in den Sümpfen liegenden Hörste mit Eichen bewachsene Plätze), von wo aus sie dann ihre Feinde überfielen. Von dort bildete bis in die Gegend von Celle die Aller die Südgrenze der Wenden gegen die Germanen; zur Bekehrung der Wenden gründete Otto d. Gr. auf den letzten Hügeln des die Aller im S. begleitenden Barenbruches die Mission zu Valeresleba, jetzt Fallersleben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 568Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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