FeedDreyschock (Alexander)
MusikBrockhaus 1882

Dreyschock (Alexander), ausgezeichneter Pianofortevirtuos, wurde zu Zack in Böhmen 15. Okt. 1818 geböoren. Unter Anleitung von J. Pospischil hatte D., kaum acht Jahre alt, sich eine so bedeutende Fertigkeit auf dem Pianoforte angeeignet, daß er schon in öffentlichen Konzerten auftreten konnte. Darauf bildete W. Tomaschek zu Prag ihn weiter aus. Seit 1838 unternahm er größere Kunstreisen, deren Erfolg stets bedeutend war; namentlich fand seine Fertigkeit in Oktavengängen überall Bewunderung. Als Tonsetzer hat D. mehr als 90 Werke veröffentlicht, die, wenn auch meistens für Virtuosen bestimmt, sich doch durch Klarheit, Ebenmaß und schönen Gesang unter vielen andern Kompositionen dieser Art auszeichnen und deshalb teilweise populär geworden sind. Seit 1862 wirkte D. als Professor am Konservatorium und Direktor der kaiserl. Theatermusikschule zu Petersburg und starb 3. April 1869 zu Venedig, wohin er sich zur Wiederherstellung seiner Gesundheit begeben hatte. Raimund D., Bruder des vorigen, geb. zu Zack 30. Aug. 1824, kam 1834 in das Konservatorium der Musik zu Prag, bildete sich unter Pixis' Leitung zum Violinspieler, unternahm 1844 mit seinem Bruder Alexander eine Kunstreise durch Deutschland, Belgien und Holland. Nachdem er einige Jahre in Prag privatisiert, gab er 1848 mit Erfolg Konzerte in Brünn, Olmütz und Wien. Seit 1859 wirkte er als zweiter Konzertmeister und Lehrer an dem Konservatorium der Musik zu Leipzig, wo er 6. Febr. 1869 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 563Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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