FeedDancla (Jean Charles)
MusikBrockhaus 1882

Dancla (Jean Charles), franz. Komponist und Violinvirtuos, geb. 19. Dez. 1817 zu Bagneres de Bigorre, stammt aus einer Künstlerfamilie und konzertierte schon in seinem zehnten Jahre unter Beifall, trat im April 1828 in das pariser Konservatorium. Im J. 1833 durch den ersten Violinpreis, 1838 durch den zweiten großen Römischen Mai für Komposition ausgezeichnet, verließ er im Mai 1844 das Konservatorium, wirkte dann in zahlreichen Konzerten in Frankreich, Deutschland, England und Rußland und erwarb sich namentlich in den Aufführungen der Société des concerts einen Namen. Hierauf wurde D. zunächst als erster Violinist, dann als Sologeiger in das Orchester der Großen Oper aufgenommen, im März 1857 als Violinprofessor am pariser Konservatorium angestellt und 1860 zum wirklichen Professor ernannt. Seine 150 Kompositionen sind Konzerte, Duos, Solos, Streichquartette, Klaviertrios u. s. w., welche sich durch leichte Erfindung und große Gewandtheit auszeichnen. Ferner veröffentlichte er sehr brauchbare Werke für Unterrichtszwecke: «Méthode élémentaire et progressive de violono, Ecole de Pexpression, Ecole de la mélodieo, (Art de moduler sur le violono; auch gab er die „Oeuvres choisies de Viottis heraus und schrieb „Lettre à. M. Ch. Gounod (1873) über die Direktion des Orchesters durch den Komponisten. D.s pariser Quartettsoiréen genossen eines bedeutenden Rufs und großer Beliebtheit; in denselben wirkten neben ihm seine beiden jüngern Brüder Arnaud D., geb. 1. Jan. 1820, gest 1862 zu Bagneres de Bigorre, ein tüchtiger Cellist und Verfasser einer Celloschule, und Leopold D., geb. 1. Juni 1823, ebenfalls ein trefflicher Virtuos auf der Geige und Komponist von Etuden, Phantasien u. s. w.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 839Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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