FeedDussek (Joh. Ludw.)
MusikBrockhaus 1882

Dussek (Joh. Ludw.), berühmter Virtuose auf dem Pianoforte und Komponist für dieses Instrument, geb. zu Czaslau in Böhmen 9. Febr. 1761, zeichnete sich, von seinem Vater, einem tüchtigen Organisten, gebildet, schon frühzeitig als Klavier- und Orgelspieler aus, erregte 1784 durch sein Spiel in Berlin und Petersburg Aufsehen, lebte dann eine Zeit lang beim Fürsten Karl von Radziwill in Litauen und ging hierauf 1786 nach Paris, von wo er auch Italien besuchte. Beim Ausbruch der Französischen Revolution wandte sich D. nach London, wo er sich verheiratete und mit seinem Schwiegervater Corri, einem bekannten Gesang- und Klavierlehrer, eine Musikhandlung gründete, die ihn aber in so mißliche Lage brachte, daß er England 1800 heimlich verlassen mußte. D. ging zunächst nach Hamburg, lebte dann in einer vornehmen Familie in Holstein und besuchte 1802 nach langer Abwesenheit sein Vaterland. In demselben Jahre zog ihn der musikliebende Prinz Louis Ferdinand von Preußen an sich, nach dessen Tode er 1806 in die Dienste des Fürsten von Isenburg, 1808 zu Paris in die des Fürsten von Talleyrand trat. In dem Hause des letztern starb er 20. März 1812. Dis Hauptkraft lag im gesangreichen Spiel und in dem großen, vollen Ton, worin er damals kaum seinesgleichen hatte. Von seinen Klavierkompositionen sind 76 Werke gedruckt, Konzerte, Sonaten (die schönste unter dem Titel Elégiev auf den Tod des Prinzen Louis Ferdinand), Trios, Quartette und Quintette, sowie zahlreiche kleinere Stücke. Viele derselben fesseln noch heute durch Melodientreiz, Gefühlsinnigkeit und Fluß der Run den zet

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 677Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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