FeedDanhauser (Joseph)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Danhauser (Joseph), vorzüglicher Genremaler, eb. 18. Aug. 1805 zu Wien, bildete sich auf der Akademie seiner Vaterstadt unter Peter Kraffts besonderer Leitung zum Maler aus und trat zuerst als Historienmaler auf. Scenen aus Pyrkers Rudolf von Habsburgo erwarben ihm die Gunst dieses Kirchenfürsten, der ihn zu einem Besuche Venedigs veranlaßte. Nach einigen histor. Gemälden wandte D. sich ganz und entschieden dem Genrefach zu, in dem er sich mit vielem Humor, der aber stets eine ernst sittliche, selbst bisweilen etwas düstere Weltanschauung zur Grundlage hat, bewegte. Seine Hauptarbeiten sind: der Augenarzt, der geheilte Blinde, der Prasser (gestochen von Stöber 1838), die Testamentseröffnung (gestochen 1843), die Klostersuppe, Wein, Weib und Slande die aufgehobene Farnabend, u. s. w. Sein letztes Bild war der Feierabend, nach dessen Vollendung er 4. Mai 1845 starb. Er entwickelte eine nicht geringe Stärke in der Komposition und wußte seinen Gegenstand in kerniger und gesunder Weise vorzutragen, welche besonders die österr. Stammeseigentümlichkeit scharf ausprägt. Vgl. Ilg, «D. und Raimundo (Wien 1880).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 853Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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