FeedDronte
TierreichBrockhaus 1882

Dronte, Dodo oder Dudu Didus ineptus) ist der Name eines bereits ausgestorbenen Vogels aus der Gruppe der Laufvögel, über dessen systematische Stellung noch immer manche Zweifel obgleich jetzt das Skelett ziemlich gena ist. Außer den in mehrern ältern Re bungen enthaltenen Abbildungen dies in rohen Holzschnitten finden sich Da desselben vorzüglich auf holländ. Olbilde im ersten Viertel des 17. Jahrh. gemal wie z. B. auf einem Paradies von Roelg in Berlin, auf einem im Britischen Y London befindlichen Glbilde, das die K in Holland nach einem lebenden Exemplat Originals ist und mit der von Bontius —58 in Batavia als Arzt lebte und die sten Nachrichten über den D. geliefert he nen Abbildung am besten übereinstimn Vasco de Gama fand auf seiner Erdu 1497 den D., und zwar in großer Menge an der Ostküste von Afrika gelegenen J ritius), welche deshalb als Schwanenir Karte eingetragen wurde, weil die Man D. der äußern Ahnlichkeit wegen Schwe obschon er keine Schwimmfüße hatte. D bekannten Wohnsitz des D. bildete näml nannte Insel, auf der auch die folgenden den Vogel zahlreich antrafen. Allein ht auf die Verläuf von 125 Jahren nach Auffindung dieser jen. Insel war der Vogel durch die Menschen bereits und im völlig ausgerottet. Ein von Leguat 1691 auf Roottischendriguez gefundener Vogel, den dieser Solitaire Po gehen-nannte, ist offenbar ein anderes Tier. oecabruna, Der D. (s. die nachstehende Abbildung) war nach dau, Lein-den Beschreibungen der ältern Seefahrer größer Dabei be-als der Schwan, sein Körper dick und rund, sein jaft Derby, am Grunde und mit einer bis unter die Augen leinen Zu-reichenden Rachenspalte versehen, der Oberkiefer jenden Ro-⸗vorn aufgetrieben und an der Spitze hakenförmig 881) 4331herabgekrümmt. Seine Füße waren kurz, stark ieidewaren und vierzehig; der Hals zeigte eine kropfartige Vorzei Cowleyragung, und um den großen Kopf lag eine Hautö ffalte, in welche er den Kopf zurückziehen konnte. Letzich, der im terer war nebst dem Halse nur mit weichem Flaum on Chalus, bedeckt. Die Flügel waren äußerst klein, ohne steife aus einem Schwungfedern und daher zum Fliegen untauglich. Im De- Das Gefieder des D. war grau, an den Flügeln en, gewun⸗ — it dann die reideboden flüsse. Sie ontas auf, herrschen,gelblichgrau; eigentliche Schwanzfedern fehlten. au bekannt Die schlaffen Federn des Bürzels erschienen gleicheisebeschrei-falls grau. Ein ausgestopftes Exemplar existierte ses Vogelsnoch 1755 in Orford, wurde aber von den Motten irstellungenzerstört, sodaß nur Kopf und Füße übrigblieben. ern, welcheAußerdem besaßen die Museen von Kopenhagen [Üt wurden, und Harlem einige Reste. Viele Knochen wurden int Saveryin letzter Zeit in oberflächlichen Ablagerungen auf Ropie eines Drontheim, norweg. Throndhjem, in alten ir gemalten Zeiten Nidarös (d. i. Nid-Mündung) genannt, die „ der 1627Hauptstadt des norweg. Stifts gleiches Namens, brauchbar-⸗ihrer Größe nach die dritte Stadt des Königreichs at, gegebe⸗[UNorwegen, an der Mündung des Nidelv in den nt. Schon Drontheimsfjord, einen tief in das Land eindrinumschiffunggenden Meerbusen, der ihr mancherlei Vorteile zum e, auf einer Betrieb eines nicht unbedeutenden Handels gewährt. insel (Mau-Die Stadt ist gut gebaut, hat regelmäßige, sehr nselo in die] breite, durch Gas erleuchtete Straßen, und die steiinschaft dennernen Gebäude verdrängen nach und nach gesetzan nannte, lich die hölzernen. Unter den öffentlichen Gebäuden hen einzigenzeichnen sich aus der Kongsgaard (d. h. Königspalich die ge-last), jetzt als Zeughaus benutzt, der Stiftshof und u Seefahrer] die alte ehrwürdige Domkirche. Obgleich die letztere schon nach nur noch aus einem geringen (dem ältesten) Teil: der uralten St. Olafskirche besteht, so ist sie doch immer noch das herrlichste Denkmal mittelalterlicher Baukunst in Norwegen; eine Restauration ist in Angriff genommen. D. ist der Sitz des Stiftsamtmanns, eines Bischofs und eines Bergamts, hat eine Börse, die Norwegische Reichsbank und zwei Privatbanken, mehrere wissenschaftliche Anstalten, Theater, Bibliothek und Münzsammlung, ein Museum, eine Norwegische Gesellschaft der Wissenschaften und Künste (1760 gestiftet), techn. Schule, mehrere Wohlthätigkeitsanstalten, darunter ein Taubstummeninstitut und eine Irrenanstalt und zählt (1875) 22152 E., welche Handel und zeit nabin treiben, womit sich einige Fabrikthätigkeit verbindet. Lettere erstreckt sich besonders auf Maschinen, Bierbrauerei, Branntweinbrennerei, Tabaksfabrikation, Zuckersiederei, Seilerwaren und Schiffbau. Der ausländische Handel, 32 Posch nicht, wie früher, bloß auf Fischereiprodukte beschränkt, doch nicht mehr so bedeutend als sonst und mit dem von Bergen nicht vergleichbar, führt, größtenteils auf eigenen Schiffen (73 von 10371 t Tragfähigkeit), hauptsächlich Fische und Zimmerholz, sowie aus den benachbarten Hüttenwerken Kupfer und Schwefelkies aus, und zwar Stock- und Klippfische nach holländ., portug., span. und ital. Häfen, Heringe vorzugsweise nach dän. und den deutschen Ostseehäfen, Holz jetzt besonders nach Frankreich, Kupfer meistens nach Amsterdam, Altona und Kohandel. 5 Der inländische, sowohl See- als Landhandel, ist sehr beträchtlich, namentlich mit den Nordlanden. In südl. Richtung führt von D. eine Eisenbahn über Dovre (s. d.) nach Kristiania (567 km); in nordöstl. Richtung verbindet seit 1882 die 103 kmelange Merakerbahn D. mit der Schwedischen Nordbahn. Der Hafen von D., mit einer großen und geräumigen Reede, ist gut, aber an der Flußmündung etwas seicht. In ihm liegt auf einem Felsen die Stadt von der Seeseite deckend, die Festung Munkholmen, ursprünglich ein Mönchskloster, in späterer Zeit als Staatsgefängnis benutzt. Die Umgebungen der Stadt sind höchst romantisch. — Angelegt und zur Königsresidenz bestimmt wurde D. oder Nidarös von Olaf I. Tryggvesön im J. 996. Vom Jarl Svend verbrannt, ward die Stadt von Olaf II. dem Heiligen wiederhergestellt. Seit 1151 ward D. Sitz des Erzbischofs des Reichs, und seit Hakon V. (1299) wurden mehrere Könige in der Domkirche gesalbt und gekrönt. Im Grundgesetze von 1814 ist D. zum Krönungsort des Königreichs Norwegen festgestellt. Da die Häuser der Stadt meistens nur von Holz erbaut waren und noch sind, so litt sie wiederholt an verheerenden Bränden, so noch 1827, 1841, 1842 und 1846. as Stift Drontheim hat einen Flächeninhalt von 50632 ꝗkm, zählt (1875) 271575 C. und zerfällt in neun Vogteien, von denen zwei im Amte Romsdal und sieben in den beiden Amtern Süd- und Nord-D. liegen. Das Amt Süd-Drontheim (SöndreThrondhjem) zählt auf 18921 qkm nur 116804 E., das Amt Nord-Drontheim (Nordre Throndhjem) auf 23115 qkm nur 82271 E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 569Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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