FeedDrushina
GeschichteBrockhaus 1882

Drushina (russ., d. h. Genossenschaft) hieß im alten Rußland die Leibwache des Zaren, dann auch überhaupt eine Heerschar. Die Drushinen der Zaren von Nowgorod bestanden in der ersten Zeit (nach 862) nur aus normann. Wikingern, später auch aus Slawen, sowie aus Polowzern, Torken und andern Nomadenstämmen. Man unterschied eine ältere D., in welcher die Bojaren dienten, und eine jüngere, die aus Hofleuten und Edelknaben bestand. Drushinen nannten sich auch die Haufen von kühnen Abenteurern aus Nowgorod und Pskow, welche die Herrschaft dieser kriegerischen Republiken nach der Dwina und Kama verbreiteten. In den Chroniken verschwindet der Name D. gegen Ende des 15.Jahrh., wo die Autokraten von Moskau eine regelmäßige Armee (die Strjälitzen) an die Stelle der bisherigen Freischaren zu setzen begannen. Bei der von Alexander I. 1812 angeordneten Volksbewaffnung wurden je 1000 Mann der Reichsmiliz (Opoltschenie) zu einer Abteilung vereinigt, welche den Namen D. erhielt. Diese Bezeichnung ward bei dem während des Orientkriegs 1855 erfolgten Aufgebot der Miliz sowie in der Verordnung über die Organisation der Reichswehr vom J. 1876 für die Bataillone der Infanterie beibehalten und sindet au für die im Frieden aufgestellten irregulären Milizfußtruppen n Kaukasien (z. B. Grusinische D.) Anwendung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 582Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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