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ErdkundeBrockhaus 1882

Duars, eigentümliche, engbegrenzte Strecken niedrig gelegenen fruchtbaren Landes, welche als Pässe aus dem in dem Südabhange des Himalaija gelegenen Hochlande Bhutan (s. d.) in das südlich von letzterm gelegene nordind. Flachland der Division Kutsch-Behar der Lieutenantgouverneurschaft der Untern Provinzen (Lower provinces) und den Distrikten Kamrup und Dorang hinabführen. Die Zahl dieser Duars ist im ganzen 18, von denen 11 ume den aus Norden kommenden, sich in den rahmaputra ergießenden Flüssen Tista und Monas, nördlich von Kutsch-Behar, fünf an der Nordgrenze von Kamrup und zwei an der von Dorang gelegen sind. Die D. gewannen erst dadurch für die indobrit. Regierung Interesse, daß, nachdem Assam brit. Provinz geworden war, die Bewohner von Bhutan fortfuhren, diese Pässe für Einfälle in Assam zu besetzen, um daselbst zu rauben und Verwüstungen anzurichten. Infolge dessen fand 1863 eine Gesandtschaft der Engländer unter Eden an die Regenten von Bhutan statt, aber die Behandlung, welche dieselbe von letztern erfuhr, veranlaßte einen Krieg zwischen Bhutan und den Briten. Diese blieben Sieger und annektierten nun die D. Als aber die Regierung von Bhutan zur Geltung brachte, daß sie ohne die Durchgangszölle, welche sie bis dahin von diesen Pässen erhoben habe, nicht bestehen könne, so überließen die Engländer dieselben wieder an Bhutan, welches ihnen als Garantie gegen fernere Grenzübergriffe die wichtigen Posten Bixa und Dewangiri abtreten mußte. Später, 1872— 73, ward durch Colonel Graham die Grenze zwischen Bhutan und Assam sehr genau reguliert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 598Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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