Dschask, Kap an der Südküste Persiens, beim Eingange zur Straße von Hormus; nördlich davon liegt ein Dorf desselben Namens mit 3000 E. Dschats (engl. Jats oder Jauts), ein arischer Stamm Hindostans, der, verhältnismäßig unvermischt, an kriegerischem Sinne den Radschputen ähnlich, denselben in der Bodenkultur überlegen ist und vermutlich die überreste der Indoskythen, die Sakas der Indier und Perser umfaßt, welche um 126 v. Chr. das Neubaktrische Reich überschwemmten, dann um 90 zerstörten und am Indus das Indoskythische Reich gründeten. Nach der Meinung Einiger sollen sie mit den Geten und Massageten des Altertums, ja selbst mit den Jüten in Dänemark und also auch mit den anglo-saxonischen Eroberern von England stammverwandt sein. Schon 56 v. Chr. (Ara Sakabda) schlug der ind. König Wikramaditya sie aus dem Pendschab zurück. Sie wohnten sodann später unter dem Namen Jats als Bergstämme im Westen des Indus, wo noch jetzt im östl. Balutschistän D. leben, wurden aber 1026 n. Chr., wie ang dei berichtet, von Sultan Mahmud von Ghasna besiegt und 1397 von Timur im Pendschab verfolgt und großenteils ausgerottet. Seitdem waren sie in Indien in Vergessenheit geraten, bis sie um 1700 aus ihrem damaligen Wohnsitze, dem Bahri-Duab im östl. Pendschab, über den Setledsch ostwärts bis an die Dschamna, den rechten Nebenfluß des Ganges, vordrangen. Die Großn dem von Delhi gaben ihnen die Erlaubnis, sich in dem zwischen jenen beiden Flüssen gelegenen Duab anzusiedeln, wo sie jedoch bald als ein unruhiges und raubsüchtiges Volk die Geißel des Landes und ihrer eigenen Beschützer wurden. Während der Verwirrungen und Bürgerkriege nach Aureng-Zeybs Tode (1707) wuchsen Ansehen, Landbesitz und Reichtümer der D. ungemein. In der großen Schlacht bei Panniput 1761 trugen sie durch Verrat zu der Niederlage der Maharatten bei und erhielten zur Belohnung von Schah Allum die Stadt Agra, deren Besitz sie 1„ stärkere n Aiu ihrer Hauptfeste Bhurtpur (s. d.) sicherten. H. dieser Stadt zogen sich nun auch die sämtlichen aus dem Duab u. s. w. vertriebenen D. zurück und wurden daselbst von ihren eigenen, Radschas genannten Fürsten beherrscht. Obgleich ursprünglich nur ein niedriger Stamm der Sudrakaste, maßten sich doch die D. Abstammung von der Kschetri⸗ oder Kriegerkaste an, was durch ihr kräftiges, kriegerisches Wesen gerechtfertigt erschien. Selbst die Radschputen wußten sie in Respekt zu erhalten, und sogar die Briten lernten in ihnen alsbald die thatkräftigsten Widersacher kennen. General Lake schloß zwar 1803 ein Freundschaftsbündnis mit ihnen, aber es kam doch bald nachher zum Kriege. Nachdem Lake 1805 Bhurtpur mit Sturm genommen, rettete sich der Radscha vor gänzlichem Untergange durch Bezahlung von 20 Lak Rupien (200000 Pfd. St.). Das Land blühte von neuem auf, bis 1825, nach dem Tode von Radscha Buldeo Singh, wegen der Thronfolge innere Zwiste unter den D. und zugleich ein Zerwürfnis derselben mit den Engländern entstanden. General Cambermere erstürmte Bhurtpur 17. Jan. 1826, schleifte die Festung und setzte den jungen, von der Gegenpartei vertriebenen Radscha Buldeo Singh wieder ein. Der Fiah hat zur brit. Armee ein Kontingent zu stellen, aber kein Schutzgeld zu zahlen. Seine Einkünfte betragen 170000 Pfd. St. Das Land der D., eine weite Strecke westlich an der Dschamna, ist eins der fruchtbarsten und kultiviertesten in Hindostan. Der Dschatbauer geht stets bewaffnet, ist schlank von Gestalt, robust, kühn, insolent gegen den Fremdling, ohne Gastfreundschaft. Der Nationalsinn und der Stolz des Landvolks, mit seinem Beherrscher von gleichem Stamm zu sein, läßt den Druck der Abgaben geduldig ertragen. Nächst dem Fürstentum Bhurtpur ist unter den verschiedenen, fämtlich im Westen der Dschamna gelegenen Schutzstaaten der D. der bedeutendste Dholpur (3106 ꝗEm 250 000 E.) mit der gleichnamigen Hauptstadt am Tschambal, 55,6 km südlich von Agra. Andere sind Mantscheri, Alwar u. s. w. Auch in mehrern Staaten von Wosanmtana bilden die D. einen starken Teil der Bevölkerung, z. B. in Dschaipur, in Bahawalpur, in Dschödpur oder Marwar.