Dschau hari (Abu Nassr Ismä il ben Hammäd), der Verfasser des berühmten Wörterbuchs der arab. Sprache, wurde in Färäb geboren. Das Jahr seiner Geburt unbekannt, wie überhaupt über sein Leben nur sehr dürftige Nachrichten sich finden. Wie es scheint, war er türk. Abkunft. Er genoß in der von ihm besuchten Schule den bei den Arabern gewöhnlichen Schulunterricht, wurde aber von einer so großen Begeisterung für die Schönheiten der arab. Sprache ergriffen, daß er beschloß, dieselbe bei den Beduinen der Stämme Rabi'a und Mudhar, den eigentlichen Trägern der arab. Wohlredenheit, noch gründlicher zu erlernen. Ein langjähriger Aufenthalt in den Zeltlagern dieser Nomaden machte ihn mit den wahren — der arab. Sprache auf das genaueste bekannt. Als einer der tiefsten und gelehrtesten Kenner des Arabischen kehrte er in sein Vaterland (Khorasan) eleß und ließ sich in Nisäbür nieder, wo er infolge eines unglücklichen Sturzes von dem Dache seines Hauses wahrscheinlich im J. 1002 starb. Die Resultate seiner gründlichen Studien des Arabischen legte er in Reinem berühmten Lexikon Sachächo (nicht Sichäch, wie gewöhnlich geschrieben wird) nieder. Dasselbe genießt noch heute mit vollstem Rechte des allerhöchsten Ansehens, nicht nur bei den Gelehrten des Morgenlandes, sondern auch in Europa, weil es in der That eine der ergiebigsten Fundgruben tiefster und wirklich kritischer Gelehrsamkeit ist. So erklärt es sich, daß das Buch wiederholt kommentiert und mit Supplementen versehen worden ist, daß sehr häufig Auszüge daraus gemacht worden sind und daß es sowohl in das Persische (von Abül Fadl Muhammed ben Omar Dschemäl, Kalkutta 1812 — 14; 2. Ausg. 1832) wie in das Türkische (von Mustafa Wanküli, Konstant. 1728; weitere Ausgaben 1758, 1802 u. öfter) übersetzt worden ist. Von dem arab. Texte, welchen der holländ. Gelehrte Everh. Scheid herauszugeben beabsichtigte (es erschien aber nur der 1. Teil, Harderwyck 1776), sind neuerdings wiederholt ganz brauchbare Ausgaben in Bulak (1865 u. öfter) erschienen.