FeedDschafar
AllerleiBrockhaus 1882

Dschafar (ben Muchammed) el-Sädik (der Wahrhaftige), ein Nachkomme des Ali, einer der 12 Imame der Araber, geb. 699 n. Chr., gilt allgemein als der Hauptrepräsentant der sog. Dschefr wal dschämia, der Kunst, aus kabbalistischen Taseln zu weissagen, und man führt auf ihn, freilich wohl ohne allen positiven Grund, alle superstitiösen Disciplinen der Araber zurück. Daß er selbst als Schriftsteller aufgetreten sei, ist trotz der wiederholten Versicherung der Araber noch nicht erwiesen, obwohl es kaum zweifelhaft ist, daß er sich wirklich mit Alchimie und Astrologie beschäftigt hat. Jedenfalls thut man aber unrecht, wenn man auf ihn die Geheimwissenschaften der Araber zurückführt, die Wurzeln derselben sind weiter im Osten zu suchen, und erst von dort sind diese Pseudowissenschaften zu den Arabern gekommen. D. starb im Dez. 765 in Medina. s. unter Presidios.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 585Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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