Dschenne, Djenne oder Dschinni, Stadt in Afrika, im westl. Sudan, Staat Massina, auf einer Insel, welche durch eine Abzweigung gebildet wird, die der Ulaba (im untern Laufe Bachoy) zum Niger sendet, bevor er sich selbst mit diesem vereinigt, etwa 5 Tagereisen im ONO. von Segu Sikoro, in der Richtung auf Timbuktu. Nach Caillé, der 1828 hier war, ist D. eine große Stadt von 10000 mohammed. E., mit einer 255m hohen Erdmauer umgeben und aus Häusern von Erdziegeln gebaut. Zahlreiche Karawanen kommen und gehen täglich, und es wohnen dort viele Mandingo-, Faula- und Maurenkaufleute. Die industriösen Bewohner fertigen Kleidung für Timbuktu, sind Schmiede, Maurer, Schuhmacher, Lastträger u. s. w. Der Ort wurde um 1043 gegründet.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 591Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei