FeedDschidschelli
ErdkundeBrockhaus 1882

Dschidschelli, Küstenstadt der alger. Provinz Konstantine, 110 Em im NW. von dieser Stadt, 60 km östlich von Bougie, mit 2500 E. Die Reede ist wegen der heftigen Winde, welche im Winter wehen, sehr unginstig. Nachdem 21. Aug. 1856 Conversations-Lexikon. 13. Aufl. V. ein Erdbeben die gebrechlichen Wohnstätten zusammengeworfen, ist die maurische Stadt wieder aufebaut und daneben hat sich eine europ. Stadt erun mit Kasernen, Postbüreau, durch Bäume und rottoirs gezierte Straßen u. s. w. Die stark bevölkerte Umgegend ist reizend, das Hinterland reich an Wald und Metallen, und der Handel der Stadt befaßt sich mit Wolle, Geweben, Leder, Holz und Getreide. D. ist das Igilgilis der Römer, war in der christl. Periode Bischofsstadt und im 16. Jahrh. Hauptsitz der Seeräuberei. Die Franzosen eroberten die Stadt schon 22. Juli 1664, mußten sie aber bald an die Türken abtreten; 13. Mai 1839 nahmen sie den Ort zum zweiten mal ein.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 593Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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