Ducis (Jean Francois), franz. dramatischer Dichter, bekannt insbesöndere als Bearbeiter mehrerer Shakspearescher Stücke, geb. 22. Aug. 1733 zu Versailles, trat ziemlich spät erst als Dichter auf und vermochte auch nicht sogleich Glück zu machen. Dieses gelang ihm erst, als er Shakspeares «Hamleto auf die franz. Bühne brachte, den er dermaßen verwässerte und dem franz. Volksgeschmack anpaßte, daß man das Urbild kaum wiedererkennt. Er wurde 1778 Mitglied der Akademie und später Sekretär bei dem Grafen von Provence, dem nachmaligen König Ludwig XVIII. Ein treuer Anhänger der Bourbons, lehnte er unter Napoleon I. die jährlich 40000 Frs. eintragende Stelle eines Senators ab und lebte während des ersten Kaiserreichs in der größten Zurückgezogenheit zu Versailles. Er starb 31. März 1816. Seinen «Oeuvreso (5 Bde., Par. 1824 u. öfter) schließen sich an die Oeuvres posthumesv (2 Bde., Par. 1826). Vgl. Leroy, Etudes morales et littéraires sur la personne et les écrits de D.„ (2. Aufl., Par. 1834).