FeedDuleiguo
ErdkundeBrockhaus 1882

Duleiguo, türk. Olgun, alban. Ulkun, slaw. Mkronich, bei den Alten Olcinium, Hafenstadt in Montenegro, bis 1880 zum türk. Vilajet Skutari ehörig, 10 kKm im NW. der Bojanamündung ins driatische Meer, 34 km im Südwesten von Skutari, hat ein Fort und zählt 3000 C., die mit Ol und Bauholz handeln. Der Ort hat eine Handelsflotte von (1880) 80 Schiffen und besitzt zwei Häfen, von denen der größere, Val di Nore genannt, allein Schiffe von mehr als 200 t Gehalt aufzunehmen vermag, aber eine sehr schlechte Einfahrt besitzt und deshalb von den Lloyddampfern nicht mehr angelaufen wird. Das Fort ist ohne Klcht. O und wird von benachbarten Höhen beherrscht. D. gehörte bis um das J. 1080 zum Byzantinischen Reiche, obwohl alles umliegende Land im 7. und 8. Jahrh. von Slawen besetzt wurde, dann den Serben (bis zum Tode Stephan Duschans 1355) und Albanesen, von 1420 ab zu Venedig und seit 1571 den Türken, unter deren Herrschaft die Bevölkerung das Adriatische Meer weithin durch Seeräuberei unsicher machte. Geschichtlich wurde D. zuerst berühmt durch die große Niederlage der Venetianer unter Schulenburg 4. Aug. 1718, deren Belagerungsflotte und Kriegsheer hier durch Seesturm und die Ausfälle der Türken vernichtet wurden. Während des Russch-Türkischen Kriegs wurde D. 1878 von den ontenegrinern erstürmt, aber gemäß der im Berliner Frieden getroffenen Bestimmung wieder geräumt; 1880 kam die Türkei mit Montenegro jedoch dahin überein, D. anstatt des Gebiets von Tusi an Montenegro abzutreten; doch widersetzte sich die fanatische Bevölkerung (Albanesen) der Abtretung mit bewaffneter Hand, ließ sich auch durch das Erscheinen einer Flotte der europ. Großmächte und die Drohung, die Stadt und das Fort zu beschießen, nicht einschüchtern; die Montenegriner weigerten sich, D. gewaltsam in ihren Besitz zu bringen, und verlangten die übergabe der Stadt in Ausführung des mit der Türkei geschlossenen Vertrags. Auf Anraten Deutschlands und Frankreichs befahl nun der Sultan im Oktober die Übergabe des Icer mume ziemlich bedeutungslosen Platzes, welcher nunmehr 17. Nov. 1880 von den türk. Truppen unter Derwisch-Pascha eingeschlossen und nach kurzem, aber heftigem Kampfe 23.Nov. besetzt wurde. Die Albanesen verließen die Stadt, welche vom türk. Oberbefehlshaber 27. Nov. den Montenegrinern übergeben wurde. Dulcinea (von Toboso), die Geliebte Don Quirotes in Cervantes' Roman; dann überhaupt soviel wie Geliebte. liker. Dulcinus oder Doleino, s. unter Aposto⸗

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 626Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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