FeedDulon (Rudolf)
ReligionBrockhaus 1882

Dulon (Rudolf), ein Hauptvertreter der freiern religiös-kirchlichen Bestrebungen, geb. 30. April 1807 zu Stendal in der Altmark, studierte seit 1827 zu Halle Theologie und wurde 1831 Rektor in Werben, 1836 Prediger zu Flossau bei Osterburg. Seit 1843 Prediger der deutschreformierten Kirche zu Magdeburg, schloß sich D. hier zuerst den aten mit venn reunden an. Seine Streitigkeiten mit dem Minister Eichhorn und dem Konsistorium zu Magdeburg veranlaßten D. zu den Schriften: Die Geltung der Bekenntnisschriften in der reformierten Kirches (Magdeb. 1847) und „Der Kampf um Gottes Worteo (Cpz. 1847). Im Aug. 1848 ward D. als Pastor an der Frauenkirche nach Bremen berufen, wo er die polit. Schriften: Vom Kampfe um Voölkerfreiheit » (2 Hefte, Brem. 1849—50) und Der Tag ist angebrocheno (Brem. 1852), veröffentlichte. Auch begründete er hier 1850 die täglich erscheinende demokratische „Bremer Tageschroniko, welche aber schon im Mai 1851 aufhören mußte. Sein freier religiöser Standpunkt brachte ihn 1851 in Konflikt mit der Staatsbehörde; er wurde Anfang 1852 erst vom Amte suspendiert; dann infolge eines Gutachtens der theol. Fakultät zu Heidelberg trotz der Protestationen seiner Gemeinde im April durch einen Spruch des Senats förmlich abgesetzt. Er ging 1853 nach Amerika, gründete in Neuyork eine Erziehungsanstalt und starb dort 13. April 1870. ulong-Petits Gesetz (1819) spricht eine wichtige Beziehung zwischen der spezifischen Wärme und dem Atomgewicht der einfachen Stoffe, bei fester Aggregationsform derselben, aus, nämlich: Die spezifische Wärme der Grundstoffe, bei fester Aggregation, multipliziert mit ihrem Atomgewichte gibt nahezu dasselbe Produkt. Letzteres wurde später (Kopp, 1864) Atomwärme genannt, und beträgt, bezogen auf die neuern Atomgewichte, im Mittel 6,3s. Die Atomwärme für Schwefel und Phosphor ist 5,4, für Fluor 5, für Silicium 3,8, Bor 2,7 und Kohlenstoff 1,8. über die Ursache dieser Abweichungen sind verschiedene Hypothesen ausgesprochen worden. Man hat das Gesetz von der Atomwärme zur gegenseitigen Kontrolle der Zahlen, welche für die spezifischen Wärmen und Atomgewichte experimentell gefunden worden sind, mit schönem Erfolge angewendet. Das Dulong-Petitsche Gesetz wurde später von Neumann (1831) noch erweitert, indem er fand: Die Atomwärme chemisch ähnlich zusammengesetzter Stoffe geben konstante Zahlen, welche jedoch, je nach der Gruppe der Verbindungen, verschiedene Werte zeigen; so z. B. ist die Atomwärme von Magnesium⸗,„ Zink⸗, Kupfer⸗, Quecksilber⸗ und Bleioxyd 10,93, für Eisen⸗, Chrom⸗, Antimon⸗ und Wismutoxyd 26,9, für Chlorkalium, Chlornatrium und Chlorsilber 12,75. Kopp hat (1864) das hierher gehörige Material tabellarisch unmn der oden dn und dann noch, unter Berücksichtigung der oben angeführten Ausnahmen um Dulong⸗-Petitschen Gesetz, das zuletzt angejührte Neumannsche Gesetz weiter 154490 indem er allgemeiner zeigte, was früher (1844 Regnault nur für Legierungen dargethan hatte: Die Atomwärmen fester Verbindungen sind gleich der Summe der Atomwärmen ihrer Elemente. Bezüglich der einfachen Gase ergab sich, nach Regnault, daß bei gleichen Volumen, oder auch bei gleichen Gewichten (für gleichen Druck und dieselbe Temperatur) die Atomwärme aller einfachen Gase gleich ist, und zwar für Martt Gewichte im Mittel 34.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 628Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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