FeedDräseke (Joh. Heinr. Bernh.)
ReligionBrockhaus 1882

Dräseke (Joh. Heinr. Bernh.), ausgezeichneter prot. Kanzelredner, geb. 18. Jan. 1774 zu Braunschweig, studierte seit 1792 in Helmstedt Theologie, ward 1795 Prediger zu Mölln, 1805 zu Ratzeburg. Hier erschienen seine «Predigten für denkende Verehrer Jesu v 5 Bde., Lüneb. 1804 —12; 5. Aufl., 2 Bde., 1836), in welchen die verständige Reflexion die rhetorische Kraft noch stark beeinträchtigt, und die katechetische Schrift Glaube, Liebe, Hoffnungr (Lüneb. 1813; 6. Aufl. 1834). Schon jetzt erregter seine polit. Predigten solches Aufsehen, daß die Franzosen 1806 von Hamburg aus ein Detache ment Truppen absandten, um ihn aufzuheben, doc entzog er sich ihnen durch die Flucht. Im J. 181 ward D. als Prediger an den bremer Dom berufen und hier entstanden seine reifsten Werke. Die Pre digten über Deutschlands Wiedergeburto (3 Bde. Lüneb. 1814; 2. Aufl., 2 Bde., 1818) veranlaßter eine Vorstellung des Bundestags beim bremer Se nat, entweder solche polit. Predigten zu hindern ode den Aten S zu entfernen. Darauf schwieg D. Vot sonstigen Schriften sind zu nennen: „Predigten übe die letzten Schicksale unsers Herrno (2 Bde., Lüneb. 1816; 3. Aufl. 1826), Predigten über freigewählte Abschnitte der Heiligen Schrift » (4 Bde., Lüneb. 1817—18), «Christus an das Geschlecht dieser Zeito Eüneb. 1819, 3. Aufl. 1820), „Gemälde aus der Heiligen Schrifto (4 Sammlungen, Lüneb. 1821— 28), Vom Reiche Gottes, Betrachtungen nach der Heiligen Schrifto (3 Bde., Brem. 1830). Durch eine Schrift zu Gunsten der Union: Küber den Konfessionsunterschied der prot. Kirchenv (Lüneb. 1818), dem König von Preußen Friedrich Wilhelm III. empfohlen, ward D. 1832 zum evang. Bischof und zum Generalsuperintendenten der Provinz Sachsen berufen und gewann auch hier durch seine seltene Beredsamkeit einen weitgehenden Einfluß. Das Auftreten des rationalistischen Predigers Sintenis in Magdeburg 1840 veranlaßte D. zum Einschreiten, aber die Angriffe, welche er deshalb erfuhr, verleideten ihm seine Stellung dermaßen, daß er wiederholt um seine Entlassung einkam; 1843 ward 85 dieselbe bewilligt. D. zog auf den Wunsch des Königs Friedrich Wilhelm IV. nach Potsdam, wo er noch bisweilen vor der königl. Familie predigte. Er starb 8. Dez. 1849. Sein Sohn Theodor Heinr. Timotheus D. gab noch 1850.540. Predigteno heraus (2 Bde., Magdeb. 1850 —510).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 533Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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