Dumas (Jean Baptiste), ausgezeichneter franz. Chemiker, geb. 15. Juli 1800 zu Alais, war erst Apotheker in Genf, widmete sich aber mit gro-Par Eifer chem. Studien, die er seit 1821 zu aris fortsetzte. Nachdem er seit 1823 als Reetent an der Pol 4½½½7 Schule gewirkt, erielt er eine Professur der Chemie erst am Athenée, dann an der Sorbonne und wurde 1832 Mitglied der Académie des sciences. Seine Arbeiten über organische Chemie, seine Substitutionstheorie, die Abhandlungen über Atomengewicht, Schwefeläther erfuhren die Beachtung von ganz Europa. D. zeigte sich darin als ein höchst geschickter Chemiker, zugleich aber auch als geistreicher, kühner Denker und beredter Lehrer. Nach der Revolution von 1848 wurde er vom Norddepartement zum Abgeordneten in die Legislative gewählt, wo er mit der Majorität stimmte. Im Ministerium vom 31. Okt. 1849 übernahm er das Portefeuille des Ackerbaues und Handels, das er beim Rücktritte dieses Kabinetts im April 1851 wieder niederlegte. Nach dem Staatsstreich vom 2. Dez. 1851 wurde er Mitglied der Commission consultative, dann Senator und Mitglied des Conseil supérieur de L'instruction publique, und war 1861—63 dessen Vizepräsident. Seit 17. Dez. 1875 ist D. Mitglied der Académie française. Seine Lehrvorträge an der Sorbonne wurden von Bineau als Legçons sur la philosophie chimique (Par. 1837; deutsch von Rammelsberg, Berl. 1839) herausgegeben. Die Bulletinso und „Mémoireso der Akademie, sowie die franz. Fachzzeitschriften enthalten von ihm viele Abhandlungen, Mitteilungen und Berichte. Sein Hauptwerk ist Traité de chimie appliquée aux arts v (8 Bde., Par. 1828—45; deutsch von Buchner, 8 Bde., NMürnb. 1844—49). Außerdem ist noch hervorzuheben der Essai sur la statique chimique des étres organisés (Par. 1841; 3. Aufl., 1844; deutsch von Vieweg, Lpz. 1844).