Dumbarton oder Dunbarton, südschott. Grafschaft, vormals Lennox genannt, in zwei getrennten Teilen zwischen Perth, Stirling, Lanark, Renfrew und dem Clydebusen der Irischen See ge—⸗ legen, ist 698,77 akm groß und zählt (1881) 75327 E. Die Grafschaft wird von westl. Zweigen des Grampiangebirges erfüllt, die im Ben Vorlich 963 m über das Meer aufsteigen und meist mit Heide bewachsen sind. Ein kleiner Teil des Landes ist eben, und die Hügel sind bis zu den Gipfeln bebaut. Unter den zahlreichen Seen oder Lochs ist der 72 alm große fischreiche Loch Lomond der größte und schönste in ganz Schottland; er fließt durch den Leven südwärts in die Clyde ab, welche durch den Forth-Clyde-Kanal den Handel bedeutend fördert. Der Boden, von dem nur 27 Proz. bebaut und der nur an den Seen und Flußufern fruchtbar, bietet im überfluß Eisen, Steinkohlen, Schiefer- und Bausteine. In großer Menge zieht man Rinder, Schafe und Schweine. Die Herings⸗- und Lachsfischerei ist beträchtlich, ebenso der Manufakturbetrieb in Wolle, Baumwolle, Papier und Eisen, sowie der Bergbau auf Eisen und Steinkohlen. Die Hauptstadt Dumbarton, an der Dumbartonshire-Eisenbahn, 20 Km im NW. von Glasgow, am Leven unweit seiner Mündung, an welcher auf 170 m hohem Felsen das alte Schloß steht, lange berühmt durch seine Schulen, hat (1881) 13 782 C., Kattundruckerei, Bleichen, Seilerbahnen, Schiffswerfte, lebhaften Jahrmarktsverkehr, Handel vom Flußhafen aus und Paketbootverbindung mit Port-Glasgow, Greenock und Glasgow. Es war im Mittelalter Hauptstadt des gaslischen Königreichs Stradheluyd. Das Bergschloß, welches meist als Schlüssel der westl. Hochlande galt, das alte Dunbritton oder Dun-Breton, d. h. Fels Breton, das Balclutha bei Ossian, wurde genommen von Robert Bruce, Maria Stuart, Karl I. und Cromwell. Man bewahrt dort den Degen des schott. Helden Wallace.