DuMont, Buchhändler⸗ und Buchdruckerfamilie in Köln, aus Belgien stammend, Inhaberin der Firma Du Mont-Schauberg, hauptsächli bekannt durch den Verlag der «Kölnischen eitunge, welche seit fast zwei Jahrhunderten, wenn auch nicht ununterbrochen, erscheint und 1802 Eigentum der Schaubergschen Erben und Nikolaus Maria Du Monts wurde. Letzterer, 21. Mai 1743 geboren, hatte die Rechte studiert, war aber später Kaufmann und Fabrikant geworden. Im Dez. 1794 zum regierenden Bürgermeister Kölns erwählt, wurde er 1795 als ean Wonufah der Stadt nach Paris gesandt, um beim Wohlfahrtsausschuß die Zurücknahme der von der republikanischen franz. Regierung ausgeschriebenen drückenden Kontributionen zu bewirken, erreichte jedoch seinen Zweck nicht. Von Napoleon I. ward D. zum Rat der Präfektur des Roäör-Departements, die in deihun ihren Sitz hatte, ernannt. Nach der Vertreibung der + nahm er 1815 die Stellung eines Landesdirektorialrats in Aachen ein, woselbst er 28. Aug. 1816 starb. Bereits 31. Juli 1802 hatte Nikolaus D. seinen Anteil an der ⸗GKölnischen Zeitunge an die Schaubergschen Erben übertragen, und 10. Juni 1805 ging das Eigentum der Druckerei und der Zeitung an den Rechtsgelehrten Marcus D. (geb. 10. Jan. 1784) und dessen Gattin Katharina Schauberg über, 4 N. 1. April 1818 die jetzt noch bestehende Firma M. Du Mont-Schauberg gründeten. Nachdem 1805 die Kölnische Zeitung» für einige Monate auf obrigkeitlichen Befehl suspendiert war, wurde sie 1809 auf Befehl Napoleons I. unterdrückt, dagegen erhielt Marcus D. eine Entschädigung und die Erlaubnis, eine franz. Zeitung: &Mercure du département de la Rosry, alle 14 Tage erscheinen zu lassen. Nach Vertreibung der Franzosen erschien 16. Jan. 1814 die „Kölnische Zeitung» von neuem. Durch die Julirevolution von 1830 gewann sie eine hervorragende Bedeutung, da dem rhein. Blatte Gelegenheit geboten wurde, die Ereignisse in Frankreich schnell und in ausführlicher Weise zu schildern. Als Marcus D. 24. Nov. 1831 gestorben war, führte seine Gattin sämtliche Geschäfte des Verlags⸗, Sortiments⸗ und Zeitungsvertriebs mit ihrem (adieh 1811 geborenen) Sohne Joseph gemeinschaftlich bis zum 1. Jan. 1845 weiter, an welchem Tage sie alle Zweige des Geschäfts ihren beiden Söhnen Joseph und Michael zu gemeinschaftlichem Eigentum übergab. Am 25. März 1845 Luuß Katharina D., deren praktischer Verstand, kaufmännische Umsicht und energischer Wille nicht zum geringsten Teil zu dem blühenden Aufschwung des Geschäfts beigetragen hatte. Die beiden Söhne führten die Geschäfte gemeinschaftlich fort, und zwar so, daß Jos • Rit die Leitung der «Kölnischen Zeitung » und Michael (1847) die der Verlags- und Sortimentsbuchhandlung übernahm. Ersterm Wentoie das Verdienst, seine Zeitung zu einem Weltblatt gemacht zu haben, wenn auch die Kämpfe mit der Censur der «Kölnischen Zeitunge, welche stets als Organ der liberalen Partei diente, nicht erspart blieben, namentlich, seitdem sie 1841 begonnen hatte, Leitartikel in die deutsche periodische Presse einzuführen. In den Reaktionsjahren 1850 —558 blieb Joseph D. standhaft edie alle Drohungen und Verlockungen, Woburch ie Zeitung zur Dienerin der Reaktion gemacht werden sollte, und ließ sich durch alle Willkürmaßregeln der Regierung nicht bewegen, sich zu einem Gesinnungswechsel seines Blattes zu verstehen. Der Kreis der Abnehmer ist in stetem Wachstum geblieben und betrug 1882 etwa 36000 Exemplare. Mit dieser wachsenden Verbreitung ward auch der äußere Apparat der Herstellung in umfassendster Weise vermehrt. Zunächst ward die Druckerei erweitert, dann ward 1866 in Berlin ein eigenes parlamentarisches Bureau errichtet, und endlich erhielt die Redaction 1875 die Erlaubnis, eine 7 telegraphische Leitung zwischen Berlin und Köln, die nur den Zwecken der Zeitung diente, zu legen. Hierdurch wird es ermöglicht, daß die Parlamentsverhandlungen sofort aus den Sitzungen befördert und noch an demselben Tage in Köln Mar 28 werden. Nach dem Tode Benn D.s (3. März 1861) ging das Eigentum der Zeitung und der Druckerei auf die Witwe und die Kinder ber. Die Verlags⸗ und Sortimentsbuchhandlung kam 1862 in Michael D.s (geb. 1. Ber1824) alleinigen Besitz, welcher namentlich den Verlag von Schulbüchern 1 Ahn, Bohne, Heis, Pütz u. a.) erfolgreich kultivierte. Er starb 15. Juli 1881 in Köln. Sein Geschäft ging in den Besitz seiner Witwe über. Vgl. «Die Familien D. und Schauberg in Kölno (Köln 1868), Zum Andenken an Michael D. (Köln 1881).