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HeilkundeBrockhaus 1882

Dumreicher von Ssterreicher (Joh. Heinr., Freiherr von), namhafter Chirurg, geb. 13. Jan. 1815 zu Triest, erhielt seine akademische Vorbildung auf den Gymnasien zu St. Paul in Kärnten und in Gratz, sowie auf den Lyceen zu Gratz und zu Verona und widmete sich den mediz. Studien auf der Universität zu Wien. Mit besonderer Vorliebe wandte er sich der Chirurgie zu und bildete sich unter Leitung des Freiherrn von Wattmann, dem Vorstande des Operateurinstituts, in der operativen Praxis aus. D. ward 1839 als ordentlicher Zögling in das Operateurinstitut aufgenommen und 1841 zum Assistenten der Klinik ernannt. Auf wissenschaftlichen Reisen durch Deutschland, Frankreich, England vervollständigte er seine Ausbildung. Im J. 1842 wurde ihm auf fünf Monate und 1843 auf drei Monate die Supplierung der Lehrkanzel der Chirurgie und die Leitung der damals einzigen chirurgischen Klinik an der Universität zu Wien anvertraut. Nachdem er sich 1844 als Privatdocent habilitiert, ward er 1846 zum Primärarzt einer chirurgischen Abteilung im k. k. allgemeinen 28 Kraptennn ernannt und 1848 von den Arzten des Krankenhauses zum Direktionsadjunkten erwählt. Außerdem ward ihm 1848 die Stelle eines konsultierenden Chirurgen an mehrern Spitälern für Verwundete übertragen. Dieser Wirkungskreis bot D. der Hutens. zur Sammlung von Erfahrungen in der Kriegschirurgie. Im J. 1849 wurde er zum ord. Professor der Chirurgie, Vorstand der chirurgischen Klinik und des Operateurinstituts berufen, in welchen Stellungen er seitdem bis zu seinem Tode ununterbrochen wirkte. Im J. 1866 stellte sich D. mit 20 Operateuren seiner Klinik zur Verfügung der Nordarmee im Hauptquartier. Nach dem Eintritt des Waffenstillstandes erhielt er den Auftrag, die Sanitätspflege der in den Festungen Königgrätz und Josephstadt, sowie der in den preuß. Feldlazaretten befindlichen österr. Verwundeten einzurichten und zu leiten. Er starb 16. Nov. 1880 auf seinem Gute Januschowetz in Kroatien. D.s Aunbeitenn Thätigkeit beschränkte sich fast nur auf Arbeiten in Zeitschriften. Besonders zu nennen sind: „Zur Lazarettfrages (Wien 1867), Zeitfragen betreffend die Universität v (Wien 1865), «über Wundbehandlunge (Wien 1877), «über die Notwendigkeit von Reformen des Unterrichts an [den mediz. Fakultäten Österreichso (Wien 1878) etc.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 638Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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