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ErdkundeBrockhaus 1882

Düppel, historisch bekanntes Dorf im preuß. Regierungsbezirk Schleswig, Kreis Sonderburg, mit (1880) 628 E. Am 28. Mai 1848 wurden hier die deutschen Bundestruppen in einem Gefechte mit den Dänen zurückgeworfen. Die von den letztern erbauten Düppeler Schanzen wurden sodann 13. April 1849 von den Sachsen und Bayern erstürmt, dann von den letztern noch mehr befestigt, aber nach Abzug der Bundestruppen im Sept. 1849 von den Dänen wieder zerstört. Im Kriege von 1864 hatten hier die Dänen mit allen Mitteln der Befestigungskunst eine ungemein starke Stellung geschaffen, mit einer Frontausdehnung von nur 3000 m, durch 10 Schanzen gedeckt, welche, auf einem Höhenkranze angelegt, das ganze vorliegende Gelände beherrschten. Die Werke waren zwar nur in Erde gebaut, enthielten aber cementierte, völlig bombensichere Pulvermagazine und starke Blockhausreduits. Die vordere Linie bestand durchweg aus geschlossenen Werken. Beide Flügel waren dabei an das Meer gelehnt und durch die dän. Flotte geschützt, der rechte noch überdies durch die Batterien auf Alsen unterstützt. Mit dieser Insel selbst war die Verbindung durch einen großen Brückenkopf und Diei Brücken sowie eine große Fähre gesichert. Diese Stellung wurde von den Preußen, welche unter Prinz Friedrich Karl am 11. Febr. vor dieselbe rückten, nach einer Reihe von Rekognoszierungsgefechten vom 29. März an schiezun belagert und endlich nach einer Iumt. Bechießung 18. April 10 Uhr morgens erstürmt. Die Schanzen wurden binnen 10 Minuten von den Rase turmkolonnen genommen, darauf die dän. eserven zurückgeschlagen und gegen 2 Uhr nachmittags auch der VBrucenkopf erstürmt. Die Preußen verloren hierbei 70 Offiziere und 1118 Mann, erbeuteten 119 ursren und viel Kriegsmaterial; die Dänen verloren 5200 Mann mit Einschluß von 3400 Gefangenen. Die Düppeler Schanzen wurden später von Grund aus umgebaut und mit den neuangelegten Werken 13 der Insel Alsen zu einer starken Festung, Sonderburgüppel genannt, vereinigt, welche durch ihre Lage nahe der durch Schleswig nach Jütland führenden Hauptstraße den Hauptstützpunkt der Verteidigung en Norden hin bildet und zugleich nach der Seeeite leicht zu verteidigen, dabei als Ausgangspunkt und Einschiffungsplatz für offensive Seeunternehmungen und Torpedokrieg in dem Inselmeere sehr vorteilhaft gelegen ist. Vgl. Neumann, Küber den Angriff auf die Düppeler Schanzen in der Zeit vom 15. März bis 18. April 1864 (Berl. 1865); F. Schöller, Forsvaret af Dybbölstillingen i 18645 (Kopenh. 1867). *

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 656Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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