FeedDünaburg
ErdkundeBrockhaus 1882

Dünaburg, Kreisstadt und Festung im russ. Gouvernement Witebsk, an der Düna, 135 km im SO. von Riga, in dem ehemaligen Polnischen Livland, im Kreuzungspunkte der Bahnen von Petersburg nach Warschau und von Riga nach Smolensk gelegen, hat sechs Kirchen, ein Gymnasium und andere Schulen, ein Arsenal und sahrt (1880) 52261 E., die viel Handel und Schiffahrt treiben. Die Festung ist von militärischer Bedeutung als Sperrpunkt zweier Bahnlinien und als Baungermng hier lagert ein großer Teil des russ. Belagerungsparks (Artillerie⸗ und Ingenieurpart). Dur orden wird der Platz durch die 200 m breite na, an den andern Seiten durch ausgedehnte, jedoch nicht überall ungangbare Sümpfe gedeckt. Eine Eisenbahn⸗ und eine Schiffbrücke vermitteln den Uferwechsel innerhalb der Werke. Die eigentliche Festung liegt auf dem rechten Ufer und besteht in einem geschlossenen Hauptwall mit mehrern vorgeschobenen Werken, auf dem linken Ufer liegt ein ziemlich starker Brückenkopf, welcher aus mehrern zu selbständiger Verteidigung eingerichteten Werken besteht. Die Anlagen sind veraltet und noch nicht mit Rücksicht auf die Wirkung gezogener Geschütze umgebaut; doch soll dies in nächster Zeit eschehen und der Platz durch Anlage weit vorgeschobener Forts zu einer Iuptnd, Nitterorden werden. D. wurde 1278 vom livländ. Ritterorden an ** 1576 vom russ. Zaren Iwan IV. erobert, bald aber von den Polen den Russen entrissen und blieb nun den 2 bis zur Vereinigung Weißrußlands mit dem Kaiserreiche (1772); die Festung wurde 1625 von den Schweden und 1656 von den Russen zeitweilig besetzt. Die Franzosen unter Oudinot bestürmten 13. und 14. Juli 1812 ver-Siadt den Brückenkopf. Am 31. Juli wurde die tadt von den Preußen und Franzosen unter Macdonald besetzt. Duuaseweh s. unter Duna.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 639Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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