Dusommerard (Alexandre), franz. Altertumsforscher, geb. zu Bar-sur-Aube 1779, ist der Begründer der unter dem Namen Musée Cluny zu Paris berühmten Sammlung von Kunstgegenständen und Gerätschaften aller Art aus dem Mittelalter bis zum 17. Jahrh., die er zur Zeit des ersten Kaiserreichs und der Restauration zusammenbrachte und seit 1832 Iun Ausschmückung seiner Wohnung, des Hotel Cluny, in der Rue des Mathurins, verwendete. Da dieses alte Herrenhaus mit seiner Architektur teils dem 15., teils dem 16. Jahrh., also den Epochen der Gotik und Renaissance angehört, so befand sich jener alte Hausrat großenteils in einer mit seiner Entstehung gleichzeitigen Räumlichkeit. Abbildungen von den merkwürdigsten Stücken findet man in dem vom Besitzer angefangenen Prachtwerke Les arts au moyen-Ager (5 Bde., Par. 1838—46, nebst Atlas und Album mit 618 lithographierten Blättern). Nach dem 19. Aug. 1842 zu St.⸗Cloud erfolgten Tode D.s wurde sein Haus mit der darin befindlichen Sammlung vom Staate angekauft und in ein öffentliches Museum verwandelt. Der Sohn des Stifters, Edmond D., geb. zu Paris 27. April 1827, ist seit dem Tode seines Vaters Konservator des neuen Museums, dessen Bestand sich während seiner Verwaltung beträchtlich vermehrt hat. Unter dem zweiten Kaiserreich, als man ganze Straßen des alten Paris niederriß, wurden mit dem Hötel Cluny die überbleibsel des damals nahebei in der jetzt nicht mehr vorhandenen Rue de Laharpe gelegenen alten röm. Bades vereinigt und beide, gegen die neuen Boulevards St.⸗Michel und St.⸗Germain hin, mit einem Garten umgeben, in welchem zu Paris gefundene röm., gallische und fränk. Altertumsreste aufgestellt sind.