Dustmann (Marie Luise), geborene Meyer, geschätzte Sängerin, geb. 22. Aug. 1831 zu Aachen, wo —*„ Eltern am Theater engagiert waren, die Mutter, von der die Tochter nachmals in Breslau den ersten Unterricht empfing, als Soubrette. Nach weiterer ziemlich notdürftiger Ausbildung in Wien debütierte sie 1848 in Halevys Oper «Der Blitzo am Josephstädtischen Theater zu Wien, dem sie nun bis zum nächsten Jahre als Vertreterin jugendlicher Gesangspartien angehörte ging dann nach Breslau, und von hier 1850 na Kassel. Im J. 1853 war sie Mitglied des dresdener Hoftheaters und sang von 1854 bis 1856 mit so ungewöhnlichem Erfolge in Prag, daß sie 1857 am wiener Hoftheater engagiert wurde. Im J. 1858 vermählte sie sich mit dem Buchhändler D. in Wien. Schon 1859 wurde die Künstlerin zur Kammersängerin ernannt und wirkte mit ungeschwächter Kraft an dem vorgenannten Institut bis zum 31. Dez. 1875, an welchem Tage sie als Elsa (Lohengrino) von der wiener Hofoper und der Bühne überhaupt Abschied nahm. Seitdem gibt sie Gesangunterricht am Konservatorium der Musik zu Wien, das sie 1878 zur Professorin ernannte. Während ihrer Bühnenwirksamkeit gastierte Frau D. auf fast allen eibßern deutschen Theatern, wie auf manchen des Auslandes und wirkte bei einer Reihe größerer Musikfeste und Konzerte mit. Sie war eine vorzügliche Vertreterin erster dramatischer Partien, namentlich der neuern deutschen Oper, und fand ungeteilten Beifall als Elsa, Elisabeth, Jessonda, Valentine, Fidelio u. s. w., daneben aber auch als Pamina, Susanne und in anderen Partien. Du sublime au ridicule il n' a qu'un pas, d. h. Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist nur ein Schritt, ein von Napoleon I. häufig, namentlich auf seiner Flucht aus Rußland, gebrauchter Ausspruch.