Dyveêke oder Düveke, d. h. Täubchen, von den lat. Chronikenschreibern Columbula genannt, geb. 1491 zu Amsterdam, die Tochter der Sigbrit Willums, ist bekannt durch ihr Verhältnis zu dem dän. König Christian II. und deshalb in Werken der Dichtkunst gefeiert worden. Christian lernte sie in Bergen 1507 kennen, wo 0 ihre Mutter als Schenkwirtin niedergelassen hatte. Sie folgte ihm nach Oslo und nach seiner Thronbesteigung (1513) nach Kopenhagen, wo er auch nach seiner Vermählung (1515) mit Isabella, der Schwester Kaiser Karls V., sein Verhältnis mit ihr fortsetzte und ihrer klugen und besonders in Handelsfragen einsichtsvollen Mutter einen bedeutenden Einfluß auf die Aper eswegen des Landes gestattete. Sigbrit war deswegen dem mächtigen dän. Adel verhaßt, und man hat es wahrscheinlich zu machen versucht, daß der plötzliche und wie die Sage geht durch Gift herbeigeführte Tod D.s (1517) aus dem Wunsche hervorging, das stärkste Band zwischen Christian und der Ausländerin zu vernichten. Doch auch nach dem Tode Dis behielt Sigbrit ihren großen Einfluß und der Charakter Christians brach jetzt in seiner ganzen Wildheit hervor. Als erstes Opfer derselben fiel der Schloßhauptmann Torben Oxe, welcher beschuldigt wurde, die Gunst Dis erstrebt zu haben, und welchen das Gerücht als ihren Mörder bezeichnete. Samsöe, ein dän. Dichter, schrieb gegen Ende des 18. Jahrh. ein in Kopenhagen oft aufgeführtes Trauerspiel Dyvekev, welches von Manthey ins Deutsche übersetzt wurde (Altona 1798; neue Aufl., Lpz. 1810). Novellistischhistorisch behandelte denselben Stoff Münch in sei-Schefer und Tromlitz, als histor. Roman der Däne Hauch in „Wilhelm Zaberno und Ida Frick in „Sybrecht Willms v (Dresd. u. Lpz. 1843), als Trauerspiel Marggraff im Täubchen von Amsterdamp (Lpz. 1839), Riekhoff in der Tragödie «Düveker (Berl. 1843) und Mosenthal im Drama Düveke » (Lpz. 1860).