Christoph, Graf von Oldenburg, —* 1502, wurde als jüngerer Sohn des Grafen Johann XIV. von Oldenburg dem geistlichen Stande anvertraut, erhielt 1509 und 1516 Präbenden in Bremen und Köln, an welchem letztern Orte er sich 1517—24 in der Umgebung Hermanns von Wied meistens aufhielt, erwarb dann eine Domherrnstelle in Köln und die Propstei St. Stephan in Bremen, ließ sich aber durch seine geisklichen Würden nicht von einer durchaus kriegerischen Laufbahn abalten. Im J. 1525 kämpfte er an der Seite 27½˙ von Hessen, an dessen Hof er längere eit lebte, bei Frankenhausen gegen Münzer, 1528 trat er neben Philipp in den Pactschen Händeln hervor. Frühzeitig bekannte er sich, durch Landgraf Philipp gewonnen, zum eiecherorrcgen an dem er stets eifrig festhielt. Seine hervorragendste Thätigkeit entwickelte er in dem unter dem Namen der Grafenfehde berühmten lübisch-dänischen Kriege 1531—37. Mit Wullenwever und seinem Vetter, dem vertriebenen König Christian II. von Dänemark, verbündet, eroberte er als Führer des lübischen Heeres fast ganz Holstein, landete auf Seeland nahm die Insel mit der Hauptstadt und ließ sich duldi 1534 als Gubernator des dänischen Reichs uldigen. Nachdem aber Herzog Christian von Holstein als Christian III. zum Gegenkönig ausgerufen war, wandte sich das Kriegsglück: die Cimbrische Halbinsel und Lübeck wurde von diesem zum Frieden gezwungen und C. mußte nach tapferster Geenwehr das ausgehungerte Kopenhagen übergeben. Fu den spätern Jahren lebte C. meist auf dem Fmnuni zu Rastede, ein eifriger Freund und eschützer der evang. Lehre und ihrer Bekenner, auch ein unterrichteter Förderer der humanistischen Studien. Doch hinderte ihn das nicht, auch jetzt noch den politischen Händeln der Zeit seine Aufmerksamkeit zuzuwenden. So zog er mit seinem Bruder Anton ahlit Delmenhorst, zerfiel dann aber mit demselben. Mit Herzog Heinrich dem Jüngern von Braunschweig blieb er in Verbindung, auch als dieser der heftigste Gegner des Schmalkaldischen Bundes wurde. Im Jan. 1546 ward von der Kurie über ihn und andere evang. Domherren von Köln die Suspension verhängt. Im Sommer 1546 war er im Begriff, einen neuen Kriegszug nach Dänemark im Namen des auf die dänische Krone und die Befreiung des gefangenen Christian II. spekulierenden Kurfürsten Friedrich von der Pfalz zu unternehmen, als der Schmalkaldische Krieg ausbrach und ihn bewog, in dem prot. Heere Dienst zu suchen. So kämpfte er als Oberst 1546 an der Donau gegen Karl V. und schlug mit Albrecht von Mansfeld vereinigt den kaiserlich gesinnten Erich von Braunschweig 23. Mai 1547 auf dem Kröpelsberge bei Drakenborg an der Weser so entscheidend, daß der Kaiser dadurch abgehalten wurde, seinen Siegeszug in den Nordwesten des in fortzusetzen. Später lebte C. wieder meist in Rastede. Er starb 4. Aug. 1566. Ein natürlicher Sohn von ihm wurde legitimiert. C.s Name haftet heute 11 an mehrern großen mildthätigen Stiftungen. Vgl. von Alten, Graf C. von Oldenburg und die Grafenfehdes (Hamb. 1833). R.