FeedEaux-Chaudes
ErdkundeBrockhaus 1882

Eaux-Chaudes oder Aigues Chaudes (Aquae calidae), Dorf mit Badeort im franz. Depart. Niederpyrenäen, etwa 30 km südöstlich von Oloron und 4 km südlich vom Flecken Laruns, liegt in der engen, düstern, wilden, aber großartigen Schlucht der Gave d'Ossau, die einer der Quellarme der Gave d'Oloron ist, und zwar im obern Ossauthale in 675 m Höhe, am Fuße des 2885 m hohen Pic-du-Midi-d'Ossau und nahe westlich von Eaux⸗-Bonnes. Beide Orte sind in enge, finstere Bergschluchten eingeklemmt und waren früher für Wagen unzugänglich. Jetzt aber sind sie durch schöne, bei den großen Hindernissen des Terrains mit großer Kunst ausgeführte Straßen mit Laruns verbunden und haben eins der besten Badeetablissements in den Pyrenäen. E. hat zwei kalte und vier warme Schwefelquellen (10,5— 36,4 C. warm) und wird jährlich von 2000 Gästen besucht; namentlich werden sie gegen Leiden der Atmungsorgane angewendet. Eanze, Stadt im franz. Depart. Gers (Gascogne), Arrondissement Condom, 28 Km im SSW. von diesem Orte, in 161 m Höhe auf einem Hügel Gelne,; des linken Ufers der zur Baise gehenden Gelise, zählt (1876) 2062, als Gemeinde 4237 E., welche Fabriken von Destillierblasen, Destillationen und Weinsteinraffinerien unterhalten und großen Handel in Wein und Armagnac-Essig treiben. E. ist das alte Elusa, die Hauptstadt der Elusaten, welche im 3. Jahrh. die Hauptstadt von Novempopulana wurde und bis in das 8. Daßrg, ein Erzbistum und Hauptstadt der Landschaft Auson war. Im Mittelalter wurde nach der Zerstörung durch die Sarazenen der Ort in der Nähe wieder neu erbaut; unter dem Namen La Ciutato ist noch die Ruinenstätte des alten vorhanden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 698Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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