FeedEbel (Joh. Wilh.)
ReligionBrockhaus 1882

Ebel (Joh. Wilh.), Prediger in Königsberg, seinerzeit vielgenannt als Haupt der sog. «Königsberger Mucker», geb. 4. März 1784 zu Passenheim in Ostpreußen, studierte 1801—4 in Königsberg Theologie. Schon damals ward er bekannt mit J. Heinr. Schönherr (geb. 1771 zu Angerburg in Ostpreußen, gest. 15. Okt. 1826 in Königsphich der ein eigenthümliches dualistisch-theosophisches System vortrug. Nach Beendigung seiner Studien ward E. Kollaborator am altstädtischen Gymnasium zu Königsberg, dann Hofmeister beim Reichsburggrafen Dohna auf Schlodien, 1807 Pfarrer in Hermsdorf, 1810 Prediger und Religionslehrer am Friedrich-Kollegium zu Königsberg, 1816 erster Prediger der altstädtischen Gemeinde daselbst. In dieser Stellung sammelte er bald einen Kreis vertrauter Freunde und Gesinnungsgenossen um sich, besonders auch Damen aus angesehenen Adelsfamilien, unter andern Ida, verwitwete Gräfin von der Gröben. Mancherlei Gerüchte, als würde die Andacht zum Deckmantel geschlechtlicher Ausschweifungen benutzt, führten 1835 zu einem langwierigen Prozeß gegen die Prediger E. und Diestel, welcher 1839 damit endete, daß beide ihres Amtes entsetzt, für unfähig zur Bekleidung öffentlicher Amter erklärt und mit der Abführung in eine öffentliche Strafanstalt bedroht wurden. Nach dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelms IV. ordnete der Kultusminister Eichhorn eine Revision des Prozesses an, welche dahin führte, daß nur die Anklage auf Sektenbildung aufrecht erhalten und das Urteil auf einfache Amtsentsetzung ermäßigt wurde. Es stellte sich heraus, daß jene Beschuldigungen nur auf den unglaubwürdigen Aussagen eines Juden Sachs beruhten, der um äußern Vorteils willen zum Christentum über- und dem E.schen Kreise beigetreten, dann aber wegen unsittlichen Lebens ausgeschlossen war. E. verließ mit seiner Freundin Ida von der Gröben Königsberg und siedelte sich in Ludwigsburg in Württemberg an, wo er 18. Aug. 1861 starb. Vgl. Kanitz, «Aufklärung aus Aktenquellen über den 1835 —42 zu Königsberg geführten Religionsprozeßo (Basel u. Ludwigsb. 1862); Diestel, «Ein Zeugenverhör im Kriminalprozeß gegen die Prediger E. und Diestelv (Lpz. 1838); E. von Hahnenfeld, Die religiöse Bewegung in Königsbergy (Braunschw. 1858). beleben, Flecken in der Unterherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen, Sitz eines Landratsamts und eines Amtsgerichts um Landgerichtsbezirk Erfurt gehörig), 17 kKm im SW. von Sondershausen, an der Helbe in der Goldenen Aue, mit 1344 E., welche starken Handel mit Schweinen treiben und Ziegel brennen. Dabei ist ein fürstl. Schloß mit Orangerie und Park, sowie das ehemalige Nonnenkloster Marksußra. Ebenacen (Ebenacéae), Pflanzenfamilie aus der Gruppe der Dikotyledonen. Man kennt gegen 250 Arten, von denen der größte Teil in den Tropenländern einheimisch ist; nur wenige finden sich im anbertropischen Asien und in Nordamerika. Es sind Bäume oder Sträucher, die meist ein sehr hartes und in den ältern Partien dunkel gefärbtes Holz besitzen. Die Blätter sind ganzrandig und gewöhnlich lederartig. Die Blüten sind meist diöcisch, seltener zwitterig. Die Blumenkrone ist verwachsenblätterig; ihr Bau ebenso wie der der übrigen Blütenteile ist in den einzelnen Gattungen sehr verschiedenartig. Von den E. sind besonders wichtig mehrere Arten der Gattung Diospyros (s. d.), von denen das Holz als Ebenholz in den Handel kommt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 701Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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