FeedEbert (Joh. Arnold)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Ebert (Joh. Arnold), Dichter und üÜbersetzer, geb. 8. Febr. 1723 zu Hamburg und auf den dortigen Schulen gebildet, fand an Hagedorn einen väterlichen Freund und studierte seit 1743 in Leipzig Theologie. Da aber die orthodoxe hamburger Geistlichkeit an einem von ihm verfaßten und von dem Musikdirektor Görner komponierten Hochzeitsgedichte großen Anstoß nahm, vertauschte er die Theologie bald mit den humanistischen Studien. Er gehörte in Leipzig jenem Kreis von Freunden (Gärtner, Cramer, J. A. Schlegel, Rabener, K. A. Schmid, Zachariä, Gellert, Giseke) an, aus deren Mitte die sog. „Bremer Beiträger hervorgingen. Auf Empfehlung des Abts Jerusalem wurde er 1748 an dem neugegründeten Carolinum zu Braunschweig als Lehrer der engl. Sprache angestellt und unterrichtete zugleich den Erbprinzen Karl Wilhelm Ferdinand, nachherigen Herzog von Braunschweig, in derselben. Er wurde 1753 zum ord. Professor am Carolinum, später zum Hofrat ernannt und starb 19. März 1795. E. selbst sammelte seine Gedichte unter dem Titel „Episteln und vermischte Gedichtev (Hamb. 1789), denen nach seinem Tode Eschenburg einen zweiten Band mit seiner Biographie hinzufügte (1795). Seine übertragungen von Glovers Leonidasv und besonders von Houngs MNachtgedankeno, die er zugleich mit ausführlichen Anmerkungen begleitete, erwarben ihm den Ruhm eines vorzüglichen übersetzers. Bekannt ist Klopstocks Ode an ihn.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 712Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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