FeedEbernburg
ErdkundeBrockhaus 1882

Ebernburg, Dorf in der bayr. Rheinpfalz, Bezirksamt Kirchheimbolanden, an der Mündung der Alsenz in die Nahe und an der am Sleng Alsenzbahn (Linie be Watham treihen am Stein), zählt 637 E., welche Weinbau treiben. Dabei liegen auf einem Berg die Ruinen der Ebernburg, welche im 11. Jahrh. den Saliern gehörte und 1448 an die von Sickingen kam; 1504 hatte sie Fune von Sickingen im Besitz. Auf ihr fanden viele Anhänger der Reformation eine Zuflucht, so Hutten, Okolampadius, Joh. Schwebel, Martin Bucer, auch Ph. Melanchthon. Im d. 1698 wurde die Burg geschleift; dann, nachdem sie wiederhergestellt war, zerstörten die Franzosen dieselbe 1794 gänzlich. Später durch die Franzosen versteigert, kam dieselbe an eine Gräfin Louer und von dieser an Karl Günther, Gutsbesitzer von Feilbingert, welcher die Burg 1841 wieder im alten Stil prachtvoll aufbauen ließ; jetzt dient dieselbe den Fremden von Bad Kreuznach und Münster am Stein als Vergnügungsaufenthalt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 709Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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