Eberlein (Georg), Architekt, Historienmaler und Dekorateur, geb. zu Linden bei Heilbronn 13. April 1819, Sohn eines Schuhmachers, besuchte seit 1833 die Polytechnische Schule und das Atelier der Brüder Heideloff zu Nürnberg. Für die ersten acht Lieferungen von Karl von Heideloffs „Ornamentik des Mittelalters» zeichnete er fast sämtliche Originale, folgte 1839 Kaeeiche — 7 nach Stuttgart und nahm an den zahlreichen Restaurationen teil, welche Heideloff zu leiten hatte. Manches führte er schon selbständig durch. In beiden Hinsichten sind zu nennen die stuttgarter Stiftskirche, das Schloß Lichtenstein, die Feste Coburg u. s. w. Im J. 1842 begann er die Zimmerdekoration des neuen im got. Stil erbauten Schlosses Landsberg bei Meiningen. In die Folgezeit fällt seine Beteiligung an den an Stattaarier Publikationen des neugegründeten Stuttgarter Altertumsvereins und Dekorationsmalereien für das damals umgebaute Hoftheater. Zu vollster Entfaltung seines Könnens gelangte E. durch die ihm übertragene Restauration der Burg Hohenzollern. Nachdem er 1854 zu diesem Zweck mit dem Oberbaurat von Stüler und Kaulbach zusammen gewirkt, ging er 1855 nach Nürnberg zurück, wo er an der Kunstgewerbeschule und dem Germanischen Museum thätig war, an ersterer bis 1878. Die Zahl seiner Unternehmungen, sowohl Herstellungsarbeiten als Neubauten, welche nun entstanden, ist sehr groß. Zu dem Hervorragendsten zählt die Einrichtung des Glasmalereischmucks für den Dom in Erfurt, der Giebelbau der Mariascheinkirche in Aschaffenburg, jene an St. Emmeram in Nördlingen, die neue prot. Kirche in München, das Schlachtendenkmal zu Aschaffenburg, der Pilgerbrunnen ebendaselbst. Als Maler hat E. histor.⸗romantische Stoffe behandelt, wie z. B. die Belehnung des Kurfürsten Friedrich I. von Brandenburg 1417; als Aquarellist schuf er verschiedene Albums seiner Schloßeinrichtungen und Entwürfe, so für das Schloß Landsberg bei Meiningen und für die Königin Olga von Württemberg, für den König Ludwig II. von Bayern die «Votivblätter Kaiser Ludwigs des Bayern in Nürnbergv. Glasbilder entwarf er für das Schloß des Fürsten Bismarck in Varzin.