FeedElchingen
GeschichteBrockhaus 1882

Elchingen, ehemals reichsunmittelbare Benediktinerabtei im bayr. Regierungsbezirk Schwaben, Amt Neu-Ulm, 8 km nordöstlich von Ulm, auf steilem Berge unweit des linken Donauufers, wurde um 1128 vom Markgrafen Konrad von Meißen an Stelle der frühern Burg, Mitgift seiner Gemahlin Liutgard von Schwaben, gestiftet und 1803 infolge des Reichsdeputationshauptschlusses an Bayern als Entschädigung für Abtretungen gegeben. Damals umfaßte sie ein Areal von etwa 110 akm mit 4000 E. und 69000 Fl. Einkünften. Auf und an demselben Berge, welcher die Abtei trägt, liegt das Pfarrdorf Oberelchingen mit 500 C., 2 km nordöstlich davon Unterelchingen mit 600 E. Bei E. wurden 14. Okt. 1805 die SÖsterreicher durch die Franzosen unter Ney geschlagen. Die österr. Hauptarmee hatte 14. Okt. von Ulm aufbrechen und über Nördlingen nach Böhmen abrücken sollen, dies Vorhaben jedoch auf die irrige Angabe, daß die Franzosen nach dem Rhein abzuziehen begännen, aufgegeben. Zur Deckung des Rückzugs war 13. Okt. Graf Riesch links der Donau thalabwärts mit dem Auftrage entsendet worden, die Brücken zu zerstören, und hatte gegen Abend mit der Division Loudon E. nach lebhaftem Gefecht besetzt, dann aber dort eine Verteidigungsstellung bezogen. Die franz. Marschälle Ney und Lannes griffen diese Stellung 14. Olt. + in Front und linker Flanke heftig an, bevor der Rest des Korps des Grafen Riesch eingetroffen war, und die Österreicher mußten nach schweren Verlusten den Rückzug nach Ulm antreten. Die Folge war die Kapitulation von Ulm, weshalb 2. achin⸗ den Titel eines HRRer von E. erhielt. lchingen, Herzog von, s. Ney (Michel).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 942Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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