Echium L., Natternkopf (wegen der Form der Samen), eine zu den Boragineen gehörige Pflanzengattung, welche Kräuter, Halbsträucher und Sträucher beider Hemisphären umfaßt. Die krautigen Teile sind meistens mit steifen Borstenhaaren besetzt. Die Blumenkrone ist unregelmäßig, glockig, fast rachenförmig und ihr Schlund offen, nicht wie bei andern Gattungen der Familie durch Wölbschuppen verengert. Die fünf Staubgefäße steigen ungleich auf. Die Blumen sind achsel- oder gipfelständig in Ahren oder Trauben, die vier Teilfrüchtchen einer unterständigen Scheibe eingefügt. Am bekanntesten ist der gemeine Natternkopf, E. vulgare L., häufig auf sonnigen, steinigen Plätzen und Hügeln, an Ackerrändern u. s. w. und von Juni bis August durch die hübschen blauen Blumen angenehm in das Auge fallend. Die Gattung E. schließt auch mehrere ausgezeichnete Zierpflanzen ein, welche der weitesten Verbreitung wert sind, vor allen andern folgende: E. ereticum L., auf Candia einheimisch, eine trotz ihrer nur einjährigen Lebensdauer ganz stattliche Pflanze mit roten, später violetten Blumen, und E. rubrum Jacg., eine zweijährige Pflanze Österreichs, Ungarns u. s. w. mit dunkelroten, später bläulichen Blumen. Beide sind vollkommen hart, werden im April und Mai an den für sie bestimmten Platz gesäet und bedürfen keinerlei Pflege. Für die Kultur im Topfe sind die strauchartigen E. formosum Pers. und E. fostuosum Jacg. zu empfehlen, jenes mit großen, zartrosenroten Blumen in einfachen Trauben, dieses mit blauen Blumen in ÄAhren, welche zusammen einen dichten Strauß an der Spitze der Stengel und Aste bilden. Im Sommer stellt man die Toöpfe an einer sonnigen Stelle auf, im Winter hält man sie in einem frostsichern Raum, fast ohne sie zu gießen.