FeedEdelsheim-Gyulai
GeschichteBrockhaus 1882

Edelsheim-Gyulai (Leopold Wilh., Reichsfreiherr), österr. General der Kavallerie, geb. 10. Mai 18²6 zu Karlsruhe, trat jung in die österr. Kavallerie, nahm 1848 und 1849 bereits als Rittmeister des Kürassierregiments Wallmoden an den Kämpfen in Italien und Ungarn teil, zeichnete sich 1859 bei Nagenta als Kommandeur des Husarenregiments König von Preußen hervorragend aus und ritt bei Solferino in kühner Attacke durch alle vordern Treffen der Franzosen bis auf deren Verbandplatz, wofür er das Theresienkreuz erwarb. Nach dem Friedensschluß übernahm E. den Befehl über die beiden freiwilligen Reiterregimenter und führte bei diesen zuerst seine neue Ausbildungsweise und Reitmethode ein. Im J. 1866 befehligte E. eine leichte Kavalleriedivision, welche für die Verwendung als selbständiges Streifkorps bestimmt war; die Niederlagen des österr. Heeres beschränkten seine Thätigkeit jedoch auf die Deckung des Rückzugs von Olmütz nach Wien, nach vorheriger Beteiligung an den Kämpfen im nördl. Böhmen. Nach dem Kriege wurde E. Inspektor der Kavallerie und reorganisierte diese Waffengattung in mustergültiger, im Auslande mehrfach nachgeahmter Weise. Infolge Adoption seines 1869 verstorbenen Vetters, des Feldzeugmeisters Grafen Gyulai, nahm er dessen Namen an, legte 1875 das Amt des Kavallerieinspekteurs nieder und ist seitdem Höchstkommandierender in Ungarn mit dem Titel eines kommandierenden Generals zu Budapest. E. ist vermählt mit Friederike, geb. Kronau —. 7. März 1841 zu Ruhrort), welche früher als Mitglied des Carltheaters in Wien als Vertreterin des Conversationsfaches sehr beliebt war.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 739Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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