Edremid, bei den Griechen Adramitti, Stadt im Sandschak Balykesri oder Karasi des türkischkleinasiat. Vilajet Chodawendikjar, binnenwärts vom Hintergrunde des nach ihr benannten Golfs, etwa 5 km von dessen innerstem Winkel entfernt, am Fuße des quellen⸗ und erzreichen Atkajassi Dagh, des östl. Flügels der Bergkette des Ida, in einer schmalen, fruchtbaren Ebene, romantisch gelegen, zählt 4000, der Mehrzahl nach muselman. E. Die schmutzigen, durchweg aus elenden Holzhäusern bestehenden Gassen des Ortes werden von zahlreichen kleinen reich i. und Rinnsalen durchzogen und in ihrem Bereich ist ein von beschaiteles, umgebenes, von hohen Platanen beschattetes, eine Quelle einschließendes Bassin gelegen. Die nach der Stadt zugewendeten Hänge des sonst waldreichen Ida sind jetzt abgeholzt und kahl, weshalb auch die handel, Hanptbeschäftigung der Einwohner, der Holzhandel, 4• bgenommen hat und diese allmählich verarmt sind. Neuerdings erwartet man eine Wiederbelebung des Verkehrs infolge der im Dez. 1882 erteilten Konzession zur Ausbeutung der au der edremider Seite im Idagebirge gelegenen Eisengruben an eine von Pavani Vecini „Adratierte Kompagnie. Im Altertum war Adramyttium, unmittelbar am Golf, ein blühender Handels⸗ und Hafenplatz, namentlich seit den Zeiten des Reichs, aus denen sich indes hier nicht die geringsten Reste erhalten haben. Nach dem m Col: des griech. Freiheitskriegs machte in dem Golf von E. ein griech. Brander den ersten glücklichen Versuch, indem durch ihn 27. Mai 1821 ein türk. Kriegsschiff in die Luft gesprengt wurde. ö