Abbeville, Stadt im franz. Depart. Somme an der Französischen Nordbahn (Linie Amiens-Boulogne), 45 km nordwestlich von Amiens und an der Somme, in welcher die Flut bis hierher steigt. Der Ort war zuerst eine eierei der Abtei St.⸗Ricquier „daher der lat. Name Abbatis villa) und wurde später die Hauptstadt der Grafschaft Ponthieu. Sie ist jetzt der Hauptort eines Arrondissement, größtenteils altmodisch und schlecht gebaut, zählt (1876) 19381 E. und war bis 1867 Kriegsplatz vierter Klasse. Unter ihren interessanten Finche Etmn Bauten ist besonders die schöne got. Kirche St.⸗Vulfran hervorzuheben, von welcher jedoch nur das prächtige Portal vollendet ist. A. erhielt durch Colbert 1665 die erste Tuchfabrik Errichtet vom Holländer Van-Robais), 1667 eine Teppichfabrik u. s. w. Seitdem ist der Ort der Sitz einer sehr bedeutenden 5 Chemst namentlich in Wollstoffen, Segeltuch und Chemikalien, und treibt ansehnlichen Seehandel. Zu A. wurde 1259 ein Friede 3 chl Ludwig IX. und Heinrich III. von England geschlossen, in welchem der letztere seine Ansprüche auf die Normandie, Poitou, Maine, Anjou und Saintonge aufgab un Iu den Besitz von Guienne den Lehnseid schwur. In der Umgebung A.s wurden Kieselgeräte in Verbindung mit Resten ausgestorbener Tiere gefunden, die offenbar schon seit der Zeit der Bildung der sie enthaltenden Lager (Kies, Sand, Thon) hier lagern. Diese Werkzeuge reichen demnach noch vor die sog. Steinperiode zurück und sind insofern von großer Wich-Alter für die archäol. Anthropologie, als sie das Alter menschlichen Daseins noch weiter zurückversetzen, als man bisher angenommen hatte.