Eichberger (Joseph), Sänger, geb. 26. Nov. 1801 zu Sbirow bei Prag, widmete sich zunächst philos. Studien, bevor er 1823 als Don Octavio die Bühne betrat. Sein durch Wohlklang, seltene Ausdauer und große Geschmeidigkeit ausgezeichnetes Organ hatte eine eigentümliche Wandlung durchzumachen: während es erst der Sopranlage angehörte, — es dann in einen Baß und darauf in einen vollen Tenor von großer Schönheit über. Nach seinem prager Debüt lebte E. kurze Zeit in Wien, folgte 1824 einer Berufung nach Pest, trat 1825 und 1826 in Ofen auf und gehörte von 1826 bis 1829 dem Hoftheater an dem Kärntnerthor in Wien an. Von Kassel aus, an dessen Hoftheater er von 1829 bis 1831 wirkte, trat er auch neben der Schröder-Devrient mit Erfolg in Wien auf, wurde 1831 Mitglied des kölner, 1832 Mitglied des leipziger Stadttheaters und 1835 von Spontini nach Berlin berufen. Die Erfolge von Mantius bewogen E. 1841, Berlin zu verlassen und * Mainz zu gehen. Später gastierte er auch in London, sang 1842 — 43 in Bamberg und Meiningen, dirigierte auch im letzten Jahre die Bühne ersterer Stadt, ging aber 1844 nach Königsberg und nahm 2 nachdem er 1847 in Riga gewesen, anläßlich seines 25jährigen Jubiläums Sept. 1848 von den Brettern Abschied. Bis zu seinem am 5. März 1862 in Bremen erfolgten Tode wirkte er hier, in Königsberg, Tilsit und Danzig als Gesanglehrer. Zu seinen besten Leistungen hörten: Malaniel 795 Cortez, Almaviva, Fra Diavolo, Masaniello, Robert u. a.