Einseitigkeit ist diejenige Bestimmtheit des geistigen Lebens, vermöge deren in der Vorstellungs⸗, Gefühls⸗ und Willensthätigkeit gewisse besondere Interessen derartig dominieren, daß alles Erlebte nur darauf bezogen wird und der geistige Blick für alles andere mehr oder minder geschlossen erscheint. E. pflegt deshalb die natürliche Folge eines jeden das Individuum stark in Anspruch nehmenden Berufslebens zu sein. In gewissen Grenzen darf die E. als ein Erfordernis für erfolgreiche Thätigkeit angesehen werden, und die histor. Erfahrung lehrt, daß die E. der Hebel für alle großen Leistungen ist: diejenigen Menschen üben die nachhaltigste Wirkung aus, die mit großartiger C., ohne nach rechts und links zu blicken, nur Ein Ziel verseis e Andererseits aber ergibt sich aus der E. tets eine gewisse Verzerrung der Züge des menschlichen Wesens, welches auf harmonische Ausbildung aller seiner Momente angelegt ist. Die Vereinigung dieses höhern Ideals der Humanität und der für den einzelnen Beruf erte Problen E. ist das höchste, aber auch das schwerste Problem aller Erziehung und Selbsterziehung. Cinst en (von Vegetabilien), s. Einmachen.