Eisenbahnwesens steigen auch die Ansprüche an die Ausbildung der Eisenbahnbeamten und wird die überzeugung immer allgemeiner, daß die seitherige Art der Ausbildung derselben, welche namentlich für den eigentlichen Eisenbahnbetriebsdienst bisjetzt lediglich auf dem Wege der Praxis zu erlangen war, nicht mehr genügt, um ein tüchtiges, allen Anforderungen des Dienstes gewachsenes Personal zu schaffen. Es ist deshalb auch der Gedanke der Schaffung von Eisenbahnakademien, d. h. von Anstalten, welche die Mittel für die höhere Ausbildung im Eisenbahnbetriebsdienste bieten, schon in verschiedenen Ländern mehrfach erörtert worden, ohne daß jedoch bisjetzt eine solche Anstalt ins Leben gerufen ist. Dagegen sind in Preußen, zunächst in Berlin, Breslau und Bonn Vorlesungen aus dem Gebiete des Eisenbahnwesens angeordnet, welche von höhern Eisenbahnbeamten gehalten werden und für Beamte und Aspiranten des höhern administrativen und techn. Eisenbahndienstes bestimmt, außerdem aber auch den Studierenden der Universität, der techn. Hochschule und der Bergakademie zugänglich sind. Die Vorlesungen erstrecken sich zunächst auf das preuß. Eisenbahnrecht, den Betrieb der Eisenbahnen, die Nationalökonomie der Eisenbahnen, insbesondere das Tarifwesen und die Verwaltung der preuß. Staatsbahnen. Auch in Wien, wo früher ein Kursus für die Ausbildung von Eisenbahnbeamten mit der Handelsakademie verbunden war, sind Vorlesungen, hauptsächlich im Interesse der Fortbildung der Eisenbahnbeamten eingerichtet, ebenso in Oldenburg und an andern Orten.