FeedElche (spr. Eltsche)
ErdkundeBrockhaus 1882

Elche (spr. Eltsche), alte Stadt (Villa) der span. Provinz Alicante im ehemaligen Königreich Valencia, 22 Kmim SW. von Alicante, an der Straße nach Murcia in kahlem Hügelgelände in 60m Höhe am Vinalopo gelegen, ist von einem Palmenhain von etwa 70000 Stämmen umgeben, welcher dem Orte das Ansehen einer afrik. Oase verleiht. Die Stadt ist gut gebaut, zählt (1877) 19636 E. in etwa 4000 niedrigen weißen Häusern mit flachen Dächern, ganz maurisch erscheinend, und besitzt Reste alter Mauern, das alte Gefängnis Calandura, drei Kirchen, ein Spital, eine Kaserne, einen alten bischöfl. Palast und eine mit Ulmen und Eschen (hier exotische Bäume) besetzte Alameda. Die Bevölkerung fabriziert Leder, Seile und Säcke aus Esparto und kreibt einträglichen Handel mit Datteln und gebleichten Palmzweigen, dem Ertrage der Palmenkultur, welche den Haupterwerbszweig bildet und welche zum Palmenfeste in Spanien und im Auslande in dem etwa 15 kmeentfernten Hafenörtchen Sta.Pola ausgeführt werden. Etwa 10 km im WSW. der Stadt liegt die Villa Crevillente mit 8683 E., bemerkenswert wegen ihrer unterirdischen Wasserleitungen aus der Maurenzeit. E. ist das alte Ilici, Elice oder Helice im Lande der Contestani, bei dessen Belagerung Hamilkar 229 v. Chr. umkam. Unter den Arabern hieß der Ort Clidsche oder Eldsche und ist kriegsgeschichtlich dadurch merkwürdig, daß er bereits 1332 von den Mauren aus Granada «mit eisernen Kugeln durch Feuer » beschossen wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 941Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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