FeedEcija (spr. Edsicha)
ErdkundeBrockhaus 1882

Ecija (spr. Edsicha), uralte, wohlhabende Stadt (Ciudad) der span. Provinz Sevilla in Andalusien, 55 km im SW. von Cordova, an der andalus. Heerstraße und auf zwei felsigen Anhöhen am linken Ufer des breiten, von hier an schiffbaren, häufig austretenden und die Luft verpestenden Guadalquivirzuflusses Genil (Jenil) gelegen, über den eine lange Steinbrücke führt, ist durch Zweigbahn nach Marchena mit der Bahn Sevilla-Cadiz verbunden. Der unregelmäßig gebaute Ort besitzt stattliche Gebäude, 6 Pfarrkirchen, 5 Kapellen, Minarets und mit bunten Porzellänfliesen bedeckte Türme, 2 Spitäler, ein Findelhaus und eine Kaserne. Auch besteht ein hübsches Theater, auf der Stelle eines altrömischen, für 10000 Zuschauer; ein großer, von Säulengängen umgebener Platz und eine prächtige Promenade am Genil. Die Stadt umgeben reichbewässerte, lachende Gärten. E. gilt bei den Andalusiern für den heißesten Ort ihres Landes und führt daher den Beinamen El sarten de Espana (Bratpfanne von Spanien). Die Stadt zählt (1877) 24955 C., welche Tuch⸗, Etamine⸗„ Flanell⸗, Leinen⸗ und Seidenwebereien, Gerbereien und viele Glmühlen unterhalten. Die Schuhmacherarbeiten E.s gehen durch ganz Spanien. Im August findet eine Messe statt. In der Umgegend wird viel Viehzucht getrieben, welche die wildesten Stiere zu den Stierkämpfen liefert; in dem weiten, trefflich kultivierten Thale des Genil wird Baumwolle gebaut. E. ist die röm. Kolonie Astigi oder Augusta firma in Baetica, hieß bei den Arabern Estidscha, wurde 1236 von den Castilianern den Mauren entrissen und war in der Gotenzeit Bischofssitz.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 723Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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