FeedEldorädo (span.)
GeschichteBrockhaus 1882

Eldorädo (span.), d. h. der vergoldete, nämlich König, nannte man in Europa den Beherrscher des angeblich an Gold und Edelsteinen reichen Landstrichs in Südamerika, der mit Goldstaub (bei den Karaiben Sonnen-Cacav genannt) belegt sein sollte und auf welchen die Sagen der Peruaner und Indianer von einem Goldlande hinzudeuten schienen. Nachdem durch Orellana, den Begleiter Pizarros, die Fabel von einem solchen Lande weiter ausgeschmückt worden, wurde dasselbe seit dem 16. Jahrh. als eine ausgemachte Sache angenommen und in die Gebirge im span. Guaiana, am See Parima, bei den Quellen des Oyapoc, verlegt. Glücksritter und unternehmende Männer, wie Georg von Speier (1536), Philipp von Hutten (1541), Walter Raleigh (gegen Ende des 16. Jahrh.), Lorenz Keimis en sh, Ritvlas Horsman (I740) u. s. w., bemühten sich, die Stadt Manoa del Dorado mit ihren Dächern aus Gold, in welche sich die Reste der Inkafamilie zurückgezogen haben sollten, aufzufinden. b. Jahrh. aber ein Engländer gegen das Ende des 16. Jahrh. selbst eine eschreibung und Karte des Landes erscheinen ließ, mußte dasselbe doch, gleich dem See Parima, endlich in das sih der Dichtung verwiesen werden. Indessen ließ sich der Spanier Antonio Santos nicht abhalten, noch 1780 auf eine Entdeckung dieses Goldlandes auszugehen. der Dichtersprache ist E. zum Ideal eines ersehnten glücklichen Aufenthalts geworden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 943Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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