FeedElektrische Bilder
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Elektrische Bilder. Liegt eine auf einer 1 — welche eine mit der Erde leitend verbundene Metallplatte zur Unterlage hat, und läßt man auf die Münze massenhaft elektrische Funken überschlagen, so zeigt dann jene Glasscheibe, nachdem man sie behaucht hat, ein getreues Abbild der Munze. Diese von Karsten (1842) erfundenen elektrischen Hauchbilder sind analog den schon früher (1838) von Rieß angegebenen Hauchfiguren, welche sich zeigen, wenn elektrische Entladungsfunken über Glas, Glimmer u. dgl. m. gegangen sind, und man dann die Oberfläche der letztern behaucht. Die Ursache dieser elektrischen Bilder liegt wahrscheinlich darin, daß die Oberfläche der meisten Körper mit einer Schicht absorbierter Gase 1099 Waidele) oder organischer Substanzen (nach Fizau bedeckt ist. Durch die elektrischen Funken werden dann diese Oberflächen je nach den Verhältnissen des Vorbildes anders verändert, was dann durch die verschiedenen Grade der Kondensation des Hauches als Hauchbildo oder, bei freier Bewegung der elektrischen Funken, als «Hauchfigur» auftritt. Die elektrolytischen Bilder von Rieß (1846) erhält man durch eine der obigen ähnliche elektrische Entladung gegen Papier, das mit Jodkaliumlösung befeuchtet ist, infolge der chem. Zersetzung des Jodkaliums. Die elektrischen Staubbilder (von Saxtorph 1802 und Masson 1843) treten auf, wenn wie oben die elektrische Entladung gegen eine Harz- oder de Watte mtt 2. ist und man dann die isolierende Platte mit Bärlapp oder einem andern feinen Pulver bestäubt; sie werden vorzüglich durch diejenige ½½%½ bewirkt, welche der dem Modell mitgeteilten Elektricität entgegengesetzt ist. Diese Bilder unterscheiden sich von den elektrischen Staubfiguren wesentlich dadurch, daß letztere ohne Modell durch freie Entladung entstehen. Die elektrischen Staubfiguren bilden sich serner durch die mitgeteilte Elektricität und nicht durch die entgegengesetzte Ganakdenpuche Ken wie die Staubbilder; jene geben charakteristische Kennzeichen der positiven und negativen Elektricität, letztere nicht. (Vgl. auch Elektrische Figuren.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 7Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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