Elektrisiermaschine heißt jede mechanische Vorrichtung zur reichlichen Erzeugung und Ansammlung von Reibungselektricität. Ihre wesentlichsten Teile sind demgemäß eine Reibungsvorrichtung zur Erzeugung und eine Vorrichtung zur Ansammlung der Elektricität. Die Reibungsvorrichtung besteht hauptsächlich aus einem schlechten Leiter, der von einem guten Leiter gerieben wird. Zur Zeit der Erfindung der E. war der geriebene schlechte Leiter kugel-oder cylinderförmig, später scheibenförmig. Die letztere Form wurde auch bis heute beibehalten. Dem entsprechend ist bei der jetzt gewöhnlichen E. der geriebene schlechte Leiter eine starke kreisförmige Spiegelglasscheibe 8 (s. Fig. 1 der Tafel: Elektrische Entladung und Elektrisiermaschine), welche mittels einer gläsernen Achse 1E drehbar ist. Die gut leitende Vorrichtung, mit welcher jene Glasscheibe eibaen ihrer Umdrehung gerieben wird, heißt Reibzeug. Es besteht gewöhnlich aus 2 flachen Lederkissen, deren Oberfläche mit einem Amalgam (2 Teile Quecksilber, 1 Teil Zink und 1Teil Zinn nach Kienmayer,‚ 1788) eingerieben sind. Das joliert wird von einer durch einen Glasstab H isolierten Holzgabel getragen; seine amalgamierten Flächen werden mittels Stahlfedern sanft gegen die beiden Ebenen der Glasscheibe 8 gedrückt. Die von der Reibungsvorrichtung erzeugte positive Elektricität wird von einem durch eine Glassäule 6 isolierten kugelförmigen Elektricitätsleiter (Messingkugel A), welcher Konduktor heißt, gesammelt. Dieser trägt zwei leitende (höl50. an der Innenseite mit Stanniol belegte) Ringe „welche auf jeder Seite, die sie der Glasscheibe 8 zuwenden, eine oder mehrere Metallspitzen (Elektrieitätssauger) besitzen. Versetzt man mittels der Kurbel die Glasscheibe in Rotation, so wird das Glas durch Reibung an dem amalgamierten Leder positiv, das letztere aber negativ elektrisch. Die mit positiver Clektricität bedeckten Oberflächenteile der Glasscheibe wirken, indem sie an jenen Saugringen des Konduktors Settkreitat de werden, verteilend auf die neutrale Elektricität des letztern. Die negative Elektricität des Konduktors strömt von den Spitzen auf die Glasscheibe über und neutralisiert dieselbe, positive Elektricität auf dem isolierten Konduktor A zurückbleibt. Weil es hierbei den Anschein hat, als ob die positive Elektricität durch die Spitzen von der Glasscheibe gegen den Konduktor hin gesaugt würde, so heißen jene Spitzen die „Saugero. Die Franklinsche Hypothese über das positiv elektrische Fluidum (s. Elektricität) muß ert ein solches direktes Einsaugen der positiven Elektricität annehmen, um die elektrische Ladung des positiven Konduktors zu erklären. In analoger Weise ladet sich der mit dem Reibzeug verbundene, durch den Glasfuß I isolierte cylindrische Konduktor o mit negativer Elektricität. Verbindet man die isolierten, entgegengesetzt elektrischen Konduktoren (K und o in Fig 1) mittels eines Drahts oder dgl., so entstehen in letzterm zwei entgegengesetzt elektrische Ströme, von welchen in der Regel nur der positive Strom besprochen wird. (S. Elektricität.) Die meisten elektrischen Versuche werden am isolierten positiven Konduktor Aangestellt. Damit nun derselbe möglichst viel Elektricität erhalte, wird die negative Elektricität des Reibzeugs, welche die positive Elektricität der Glas-Hin teilweise binden möchte, mittels einer Metall—⸗ schnur, Metallkette u. dgl. zur Erde abgeleitet. Soll dagegen der isolierte negative Konduktor zu Versuchen benutzt werden, so verbindet man den positiven Konduktor mittels eines Drahtes oder dgl. leitend mit der Erde. Um zu verhindern, daß Clektricität von der Glasscheibe auf ihrem Wege vom Reibzeug bis zu den Saugern D seitlich verloren gehe, trägt das Reibzeug zwei isolierende Flügel aus Wachstaft, welche beide Seiten der Glascheibe bedecken. Die Zwingen, von welchen diese aftflügel an die Glasscheibe gedrückt werden, muß man vor der Rotation der Scheibe entfernen. Die elektrische Anziehung bewirkt dann das Anlegen jenes Tafts an das elektrisierte Glas. Die auf Fig. 7 dargestellte E. zeigt deren Kon-⸗ struktion nach Winter in Wien seit etwa 1830 bis jetzt. Das Wesentliche dieser jetzt allgemein verbreiteten Bauweise der E. besteht darin, daß das Reibzeug in weiterer Entfernung von den Saugern abliegt als bei den E. älterer Zeit, sodaß die angesammelte Elektricität nicht so leicht wie ehedem von dem positiven Konduktor nach dem Reibzeuge zurückschlagen kann. Infolge dessen zeigt sich die elektrische Spannung größer als bei den E. älterer Konstruktion. Um die elektrische Spannung, also auch die Schlagweite (s. Elektricität), weiter zu erhöhen, läßt sich (nach Winter) auf den positiven Konduktor ein großer, gut leitender Ring (Fig. 8) aufsetzen. Derselbe ist gewöhnlich aus Holz und ist von einem Kupferdraht durchzogen. Unterhalb des Ringes sieht man den Durchschnitt der Konduktorkugel A (in Fig. 2). In den Querkanal des letztern steckt man rechts die Saugerringe und links eine kleinere Messingkugel, welche teils zur Regulierung der Funkenlänge und teils auch dazu dient, um Nebenapparate daran stellen oder hängen zu können. Die ältern C. (vor Winter) besaßen mindestens zwei Reibzeuge und horizontale, lange cylindrische positive Konduktoren, von welchen, weil ihre Sauger den Reibzeuen zu nahe lagen, der elektrische Funke leicht zum leibzeug zurücksprang. Sinnreich waren die E. des van Marum (1790), deren kugelförmiger Konduktor bald mit positiver, bald mit negativer Elektricität geladen werden konnte, je nachdem dessen Zuleitarme mit der elektrischen Glasscheibe oder dem Reibzeug in Berührung gebracht wurden. In früherer Zeit wurde zuweilen der Bau der C. ins Große getrieben. Eine der größten E. ist jene, welche Cuthbertson nach der Anleitung des van Marum für das Teylorsche Museum in Harlem verfertigt hat. Diese daselbst noch vorhandene C. (beschrieben in mehrern Abteilungen 1783.—98) besitzt zwei 165 em im Durchmesser haltende Glasscheiben und acht Reibzeuge. Ihre elektrische Influenz ist noch in einer Entfernung von mehr als 12 m bemerkbar, und Funken schlagen 65 em weit aus dem Konduktor auf einen mit der Erde in Verbindung stehenden Leiter über. Als Erfinder der E. wird gewöhnlich Guericke (1672) angegeben, aber da er seine Schwefelkugel bloß mit der Hand rieb und auch kein Konduktor vorhanden war, so schreibt man in neuerer Zeit die Erfindung der C. Hausen, Winkler und Bose zu, welche um 1743 die elektrische Cylindermaschine ersonnen haben. Die elektrische Scheibenmaschine rührt von Planta (1755) her, und hat seit ihrer Ersindung mannigfache Wandlungen im Baue durchgemacht. Eine ihrer Hauptvorzüge, verglichen mit der elektrischen Cylindermaschine, ist, daß an derselben beide Oberflächen gerieben werden, an der Cylindermaschine jedoch nur die äußere Mantelfläche. Da die Cylindermaschinen ihrer Zeit eine große Rolle gespielt haben, auch gegenwärtig noch in ältern physikalischen Kabinetten vorkommen, überdies neuerdings als leicht transportable Hartgummi⸗ (Ebonit-) Cylindermaschinen, welche in passenden Cylinderkästen gegen die äußere Feuchtigkeit abgeschlossen sind, für Elektrische Zündungen (s. d.) benutzt wurden, so findet sich auf Fig. 9 die Skizzierung einer der besten derselben von Nairne (1787) dargestellt. Bei derselben ist Cein rotierbarer Glascylinder zum Reiben, D der positive und Duder negative Messingkonduktor. Mit letzterm ist das Reibzeug verbunden, von welchem aus sich ebenfalls ein vor Verflüchtigung der positiven Elektricität schützender Wachstaftflügel auf den Altteren legt. Zwischen und — Kct 3) neutralisieren sich die entgegengesetzten Elektricitäten im elektrischen Funken. Dieser tritt jedoch stärker auf, wenn einer der Konduktoren mit der Erde ableitend verbunden wird. Bei jeder E., wenn sie kräftig wirken soll, muß die umgebende Luft trocken sein und ebenso ihre Glasteile, welche daher vor dem Gebrauche mit einem Seidenlappen abgerieben werden. Von größter Wichtigkeit ist das gute und erneute Amalgamieren des Reibzeugs. Je größer an der elektrischen Scheibenmaschine die Glasscheibeist, je schneller dieselbe rotiert und je besser die eine Elektricität zur Erde abgeleitet wird, desto wirksamer erweist sich, unter sonst gleichen Umständen, die E. Die Versuche mittels der E. sind sehr zahlreich und mannigfaltig; die meisten derselben werden, wie bereits gesagt, am positiven Konduktor angestellt. Wenn daher kurzweg vom Konduktor gesprochen wird, so meint man in der Regel den positiven. Zunächst gibt die C. ein Beispiel, wie mechanische in elektrische Energie, nach größerem n Zusun umgewandelt wird. Um den elektrischen Zustand des Konduktors zu prüfen, dient das Quadranten-Elektroskop (Elektroskope). Dasselbe besteht (Fig. ga) aus einem gut leitenden Säulchen, welches ein um die wagrechte Achse e drehbares Pendel ed trägt. Das Kügelchen d des letztern ist aus Holundermark oder Kork, welches an einem Holzstäbchen oder Strohhalm befestigt ist. Dieses Instrumentchen wird oben in den Konduktor eingesteckt. So lange der letztere unelektrisch ist, bleibt das Pendelchen ruhig an dem dazu gehörigen Säulchen liegen. Wenn aber der Konduktor elektrisch wird, so nimmt auch das Säulchen seine Elektricität an, und ebenso das an diesem liegende Kügelchen d. Dieses wird nun von dem Säulchen abgestoßen, wobei das Pendel od an dem Gradbogen sich um so weiter erhebt, je stärker der Konduktor mit Elektricität geladen ist. Wie dieses beruht auch auf der elektrischen Abstoßung das Auseinandertreiben eines Papierbusches (Fig. 10), indem man letztern auf den elektrischen Konduktor mittels seines gut leitenden Trägers setzt. Einer der gewöhnlichsten Anziehungs⸗ und Abstoßungsversuche mittels der E. ist der elektrische Kugeltanz (Fig. 11, bei welchem Holundermarkkügelchen von einer mit dem elektrischen Konduktor leitend verbundenen metallischen Decke elektrisch angezogen und darauf elektrisch abgestoßen werden. (S. Elektricität.) Indem diese dann auf den mit der Erde leitend verbundenen metallischen Boden fallen, werden sie elektrisch entladen und abermals elektrisch angezogen und darauf abgestoßen. Ein Wafal Glasmantel verhindert das seitliche Wegfallen jener Kügelchen. Dieses elektrische —4— piel sollte nach der veralteten Hageltheorie von Volta (1792) das elektrische Hin⸗ und Hergeworfenwerden kleiner Eisflocken zwischen entgegengesetzt elektrische Wolken vorstellen, bis jene zu so gewichtigen Hagelkörnern angewachsen wären, daß sie endlich herabfallen. Denkt man sich jene Kügelchen durch Figürchen aus Holundermark ersetzt, so erhält man die elektrischen Tänzer. Zu den mannigfach abgeänderten elektrischen Anziehungs- und Abstoßungsversuchen mittels der E. gehört auch das Clektrische Glockenspiel (s. d.). Der elektrische Funke wird dem Konduktor der E. durch eine entgegengestellte mit der Erde leitend verbundene Messingkugel (Funkenzieher) entzogen. Dies kann jedoch auch durch einen Menschen geschehen, wenn dieser dem Konduktor den den 9 seiner Hand oder dgl. m. nähert. Der so auf den Menschen überspringende elektrische Funke verursacht einen örtlichen Schmerz und, je nach der Funkenmächtigkeit, eine größere oder kleinere allgemeine Erschütterung. Um einen Menschen selbst so elektrisch zu machen, daß sich sein Kopfhaar durch die elektrische Abstoßung nach allen Seiten auseinander sträubt und daß man ihm elektrische Funken, wie einem elektrischen Konduktor, entziehen könne, muß man ihn isolieren und mit dem Konduktor dadurch leitend verbinden, daß er den letztern bleibend mit der Hand berührt. Isoliert ist der menschliche Körper wenn er auf einem Isolierschemel (Fig 12), d. i. auf einem von gläsernen Füßen unterstützten Bret, steht. Außer diesen Versuchen bedient man sich der E., um die verschiedensten Wirkungen der Elektrischen Entladung (s d.) nachzuweisen. Alle dnoch 1 gehörigen elektrischen Erscheinungen treten no h viel kräftiger auf, wenn die C. zum Laden der Elektrischen Kondenfatoren (s. d.) verwendet wird, und dann letztere die verdichtete und höher gespannte Elektricität zu jenen Entladungsversuchen hergeben. In neuerer Zeit (1864) haben Holtz in Berlin und Töpler in Riga die nach ihnen benannten Influenzmaschinen (s.d.) erfunden, bei welchen zurch die verteilende Wirkung oder Influenz einer chwachen Reibungselektricität ihre erste Ladung erolgt, dann durch weitere Influenz, mittels Umvandlung von mechanischer in elektrische Energie, die letztere so bedeutend gesteigert wird, daß die lerom der Wirkung solcher Influenzmaschinen alle Reibungs-Elektrisiermaschinen weit übertrifft. Alle Versuche mit Hilfe der gewöhnlichen E. lassen ich mittels solcher Influenzmaschinen mit erhöhtem EIm durchführen. Im J. 1840 machte ein engl. Maschinenwärter ufällig die Erfahrung, daß aus dem einer Daupft velcher einer Fuge des Ventilsitzes seiner Dampfnaschine entströmte, elektrische Funken nach seiner dand überschlugen, wenn er letztere in jenen entveichenden Dampf und die andere Hand an den Dampfkessel legte. Sir William Armstrong, der ervon hörte, untersuchte die Bedingungen dieser lektrischen Erscheinung und konstruierte noch in demselben Jahre die nach ihm benannte Dampfder Hydro-Elektrisiermaschine (Fig. 13). dieselbe besteht zunächst aus einem durch vier tarke Glasstützen isolierten Dampfkessel mit innerer Feuerung derart, daß letztere gänzlich von dem zu rhitzenden Wasser umgeben ist. Dieser Dampfrzeuger ist bei FEmit engen und eigentümlich vorzerichteten Röhren für das Ausströmen des Dampfes hersehen. Man richtet den Strom des hoch (auf —7 Atmosphären) gespannten Dampfes gegen inen durch die Glassäule K isolierten Konduktor KCP, welcher bei P seine Saugspitzen und bei Neine messingene Sammelkugel für die Elektricität hesitzt. Dieser Konduktor wird durch den ausströmenden Dampf positiv, der Dampfkessel dagegen negativ elektrisch. Die Clektricität entsteht hier durch die Reibung der in den Röhren niedergeschlagenen Wasserteilchen, welche durch den ausströmenden Dampf mit Heftigkeit gegen die innere Wand eines im Ende der Ausflußöffnung liegenden kleinern und hohlen Holzeylinders getriehen werden. Aus dem zuf diese Weise stark positiv elektrisch gemachten Ddampfe nimmt der Konduktor K CP die positive Llektricität auf. Man erhielt mittels einer Armtrongschen großen Hydro-Elektrisiermaschine 36 em ange elektrische Funken, welche fast ohne Unterrechmn auf einen Funkenzieher mit hoher Spanvurden in etwa einer halben Minute vollkommen jeladen, sowie überhaupt alle elektrischen Versuche n großem Maßstabe auftraten. Und dies besonders, wenn, wie bei den gewöhnlichen E., eine der deiden Elektricitäten in die Erde abgeleitet wurde. Wenn man auf die Elektricität des Dampfkessels herzichtet und nur jene des ausströmenden hoch gepannten Dampfes mittels eines isolierten Konzuktors erhalten will, so läßt sich hierzu jede Hochdruck⸗-Dampfmaschine (Lokomotive, Lokomobile) hhne Isolierung benutzen, wenn dieselbe nur mit dem eigentümlichen Dampfausströmungsapparat b(Fig. 13) versehen wird. Ein solcher Dampfausströmungsapparat Fig. 14) besteht im wesentlichen aus einer Kühlzüchse F, welche von den metallenen Ausströmungstöhren d4dd durchsetzt ist und im untern Teil kaltes Wasser enthält. In letzteres reichen die Hüllen von Werg, mit welchem jene Ausströmungsröhren umwickelt sind. Das Werg saugt das Kühlwasser auf und durch die daraus entspringende Abkühlung kondensiert sich ein Teil des Dampfes, welcher durch jene Röhren zieht. Die so entstandenen Wassertröpfchen werden von dem nachströmenden Dampf mitgerissen, wobei sie sich an der innern hölzernen Bekleidung (Fig. 15) des Ausströmungskopfes Mh jener Röhren beträchtlich reiben. Um dies sicherer zu erzielen, ist der Dampfausflußkopf Mh absichtlich o konstruiert, daß der ausströmende Dampf den durch einen gefiederten Pfeil angedeuteten gebrochenen Weg nehmen muß. Die in der Kühlbüchse L' sich bildenden Wasserdünste entweichen durch eine Röhre E (Fig. 7) in den Schlot. Je mehr Röhren ein solcher Apparat hat, je größer die Kesselfläche, je höher der Dampf gespannt, je weicher und reiner das verwendete Wasser ist, desto wirksamer erweist sich die Hydro-Elektrisiermaschine. Nach Faraday (1843) verhält sich bei einem solchen Apparat feuchte Luft wie feuchter Wasserdampf; ferner Seide, Harz, Schwefel u. dgl. m. wie oben das Holz (am besten Elfenbeinverkleidung statt jener „ zernen blieb unwirksam. Ebenso hörte die Clektricitätserzeugung auf, wenn die Ausströmungsröhren mit einer Salzlösung versehen wurden. Dagegen wechselten die Elektricitäten ihre Zeichen, dese der ausströmende Dampf wurde negativ, der Kessel positiv elektrisch, nachdem man Terpentin⸗, Lorbeer⸗ oder Olivenol oder Fette u. dgl. m. in jene Ausflußröhren hatte einbringen lassen. Die Dampf-Elektrisiermaschine wird, wegen der Umständlichkeit bei ihrem Gebrauche, um so seltener benutzt, als die Derschreinfahzu (s. d.)eine noch ausgiebigere und dabei sehr einfach zu handhabende Elektricitätsquelle ist. Da die Dampf-Elektrisiermaschine im wesentlichen eine Reibungsmaschine ist, wobei die Holzfütterung der Ausströmungsröhren das Reibzeug, der ausströmende Dampf den geriebenen Glaskörper vertritt, so kann dieselbe keineswegs, wie man anfangs hoffte, zur Erklärung der atmosphärischen Elektricität (s. Elektricität latmosphärischel) dadurch dienen, daß man annähme, die Bildung und nachherige Kondensation des Dampfes sei die Ursache ihrer Elektricitätsentwickelung. Letztere bleibt .— 7 aus, wenn beim Ausströmen des Dampfes eine Reibung nicht stattfindet, obwohl Dampf sich weiter bildet und auch zum Teil, wie oben gezeigt, kondensiert wird.