FeedElektrophör
TechnikBrockhaus 1882

Elektrophör, d. i. Elektricitätsträger, ist ein I.Clertri⸗ welches auf der elektrischen Verteilung (. Elektricität) beruht, von Wilke 1762 erfunden, von Volta 1775 verhessert wurde und dazu dient, während längerer Zeit kleine Elektricitätsmengen zu liefern. Er besteht (wie nachstehende Figur zeigt) aus einem Kuchen von Harz (aus Kolophonium mit etwas Schellack und Terpentin zusammengeschmolzen), der in einer metallenen oder hölzernen, mit Stanniol überzogenen Fassung B ruht und auf welchem ein metallener, mittels Glas⸗ — oder seidener Schnüre isolierter Deckel liegt. Jener Harzkuchen kann auch durch eine Scheibe von Siegellack, Guttapercha oder Hartkautschuk (Ebonit) ersetzt werden. Peitscht man den Harzkuchen mit einem Katzenfell oder einem Fuchsschwanz, so wird er an der Oberfläche negativ elektrisch. Setzt man den Deckel isoliert auf, so wird durch Verteilung die positive Elektricität an seine untere, die negative an seine obere Fläche getrieben. Berührt man nun den Deckel mit dem Finger, so leitet man die ehen tive Elektricität ab und nach dem isolierten Abheben zeigt der Deckel frei positive Elektricität. Solange der Kuchen an der Oberfläche elektrisch ist (was er bei aufgelegtem Deckel und trockener Luft geraume Zeit bleibt), wiederholt sich diese Wirkung bei jedem Aufsetzen und Abheben des Deckels. Der E. kann bei einigen kleinern nauug eine fehlende Elektrisiermaschine vertreten; auch benutzte man denselben in früherer Zeit zur Entzündung des Wasserstoffgases in Gasfeuerzeugen lältere elektrische Wasserstofffeuerzeuge). Auf dem Prinzip des E. beruht die äußerst kräftige Influenz- oder Elektrophormaschine von Holtz. (S. Elektrisiermaschine und Influenzmaschine.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 39Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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