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NaturlehreBrockhaus 1882

Elemente, Grundstoffe, Urstoffe oder Ahelen . Stoffe heißen (abgesehen von der tropischen Bedeutung des Wortes, in der man darunter die Anfangsgründe, z. B. einer Wissenschaft, versteht) diejenigen Stoffe, welche man nach dem heutigen Standpunkte der Naturwissenschaften weder weiter in verschiedene Stoffe zerlegen noch aus verschiedenen Stoffen zusammensetzen kann. Die ältesten griech. Naturphilosophen nahmen bald ein, bald mehrere E. an, welche 16 für die TWnen alle aller Dinge hielten, und ließen aus ihnen alle übrigen Erscheinungen hervorgehen, und zwar entweder durch Veränderung des einen E. oder durch Verbindung und Trennung mehrerer E. Vorzugsweise nahm man vier E. an, nämlich Feuer, Wasser, Luft und Erde. Ähnliche Begriffe haben sich noch lange bei den Alchemisten erhalten. Was aber die Alten E. nannten, stimmt mit den gegenwärtigen Begriffen davon nicht mehr überein; jene bezeichneten damit bloß die verschiedenen Formen, hunter denen die Materie erscheinen kann, während man gegenwärtig den Begriff C. auf die einfachen Bestandteile der Materie unter jeder beliebigen Form bezieht und brsür weder Wasser, noch Luft, noch Erde mehr für E. ansehen kann, da sich fämtlich noch in einfachere Bestandteile zerleen und aus ihnen wieder zusammensetzen lassen. an hat bis jetzt durch die Chemie mehr als 60 einfache Stoffe oder E. kennen gelernt, von denen aber viele in der Natur nur selten vorkommen. Man pflegt die E. einzuteilen in Metalle und Nichtmetalle; diese Einteilung, obgleich dieselbe keineswegs streng wissenschaftlich ist, gewährt beim Studium so große Vorteile, daß diesen eine strenger wissenschaftliche Klassifikation zum Opfer gebracht werden muß. Man hat jedem E. ein chem. Zeichen gegeben, das aus dem oder den ersten Buchstaben seines lat. Namens gebildet ist, z. B. Au (Aurum) für Gold, O (Oxygenium) für Sauerstoff. (S. unter Chemie, Bd. IV, S. 225 fg.) Die am häufigsten vorkommenden Clemente sind folgende: Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Schwefel, Chlor, Brom,‚ Jod, Fluor, Phosphor, Arsen, Kohlenstoff, Silicium, Bor, Kalium, Natrium, Calcium, Bar um, Strontium, Magnesium, Aluminium, isen Mangan, Chrom, Kobalt, Nickel, Zink, Zinn, Blei, Wismut, Antimon, Kupfer, Quecksilber, Silber, Gold, Platin. Seltenere E. sind: Beryllium, Cadmium, Cerium, Didym, Erbium, Indium, Iridium, Lanthan, Lithium, Molybdän, Niobium, Osmium, Palladium, Rhodium, Ruthenium, Selen, Tantal, Tellur, Terbium, Thorium, Titan, Uran, Vanadium, Wolfram, Iubidin Zirkonium. Vier der metallischen E. (Rubidium, Cäsium, Thallium und do. dium) sind erst neuerdings durch Anwendung der Spektralanalyse (s. d.) entdeckt worden. Von nichtmetallischen E. kommen am häufigsten vor: Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Schwefel und Silicium; denn Sauerstoff mit Wasserstoff bildet das Wasser; Sauerstoff mit Stickstoff die uns umgebende Luft; Kohlenstoff in Verbindung mit Sauerstoff, Wasserstoff und Stickstoff alle organischen Körper; Silicium endlich und Schwefel in Verbindung mit Sauerstoff die Kieselsäure und Schwefelsäure, welche in vielen Mineralien und Erden, sowie in der Asche der Vegetabilien und der animalischen Stoffe sich vorfinden. Von metallischen C. finden sich am häufigsten: Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium, Aluminium, Eisen, indem die fünf ersten (in Verbindung mit Sauerstoff) Kali, Natron, Kalk, Magnesia und Thonerde darstellen, die nicht nur im Mineralreich sehr verbreitet sind, 155 dern auch in Verbindung mit Säuren zum Teil die Asche der tierischen und pflanzlichen Körper bilden. Eine kleine Gruppe von E. ist für alle Lebensvorgänge der pflanzlichen und tierischen Welt von groter Bedeutung. Aus den E. Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium, Eisen, Schwefel, Phosphor, Chlor und Silicium baut sich alles auf, was Leben hat, und für das Leben ist jedes einzelne dieser E. (vielleicht mit Ausnahme des Siliciums, das wenigstens im Tierleben eine untergeordnete Funktion zu erfüllen hat) gleichwertig. Keins dieser CE. kann für das andere eintreten, kein Leben ist denkbar, wenn sie nicht sämtlich vereint sind. Einige E. kommen in der Natur zuweilen in reinem Zustande vor, so der Schwefel und der Kohlenstoff (als Diamant und Graphit), 4* manche gediegene Metalle, wie Gold, Silber, Platin und Wismut; in der Regel aber trifft man sie nur zu zweien oder mehrern miteinander verbunden und muß sie durch chem. Mittel trennen, um sie in reinem Zustande zu erhalten. In der Elektricitätslehre und ihren praktischen Anwendungen, wie der Telegraphie, bezeichnet man mit E. auch die Plattenpaare oder die einzelnen Tröge mit den darin enthaltenen Plattenpaaren, aus denen die Voltasche Säule oder Batterie zusammengesetzt ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 43Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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