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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Elément, corps m. élémentaire, simple, indécomposable, engl. simple, elementary body, element, nennt man jetzt diejenigen Stoffe, welche durch Einwirkung von Kräften sich nicht mehr in verschiedenartige Bestandtheile zerlegen lassen. Zu den Elementen gehören alle Metalle, das Sauerstoffgas, das Wasserstoffgas, der Kohlenstoff, ö der Schwefel, der Phosphor, der Stickstoff etc. Man kennt jetzt 63 solcher Elemente. Früher bezeichnete man nit dem Ausdruck „Element“ etwas ganz Anderes. Aristoteles nahm 4 Elemente an von besonders ausgezeichneten Eigenschaften, nämlich: Feuer (trocken u. warm), Erde (trocken u. kalt), Wasser (feucht und kalt) u. Luft (feucht u. warm). Im Mittelalter bezeichnete man dieselben durch die Zeichen VL. Die Namen der heutigen Etesind: Aluminium, Antimon, Arsen, Barium, Beryllium, Blei, Bor, Brom, Calcium, Cäsium, Cer, Chlor, Chrom, Didym, Eisen, Erbium, Fluor, Gold, Indium, Jod, Iridium, Kadmium, Kalium, Kobalt, Kohlenstoff, Kupfer, Lanthan, Lithium, Magnesium, Mangan, Molybdän, Natrium, Nickel, Niobium, Osmium, Palladium, Phosphor, Platin, Quecksilber, Rhodium, Rubidium, Ruthenium. Sauerstoff, Schwefel, Selen, Silber, Silicium, Stickstoff, Strontium, Tantal, Tellur, Thallium, Thorium, Titan, Uran, Vanadium, Wasserstoff, Wismuth, Wolfram,‚ Yttrium, Zink, Zinn, Zirkonium. III. Galvanisches Element, Zunsensches Element, frz. Elé= ment galvanique, oouple m. d'une batterie, engl. galvanic clement (Phys.), heißt die zweckmäßige Kombination zweier in ihrem elektrischen Verhalten verschiedener Körper, durch deren mittelbare od.unmittelbare Berührung ein elektrischer Strom erzeugt wird. Im Grund eignen sich hierzu je zwei ganz beliebige Körper, wenn sie nur die Elektrizität leiten; in der Praxis verwendet man nur folatsbibliothek Heidelberg gende dazu: Zink, Zinn, Blei, Eisen, Kupfer,Silber, „Gold, Platin u. befonders präparirte Kohle. Diese Körper stellen eine sogen. Spannungsreihe dar, d. h. sie liefern einen um so intensiveren Strom, je weitersie in obiger Ordnung von einander stehen. Ein Element aus Zink und Kupfer ist also schwächer als ein solches aus Zink u. Kohle, u. zwar um so viel, daß man neben ersterem gerade noch ein Element, aus Kupfer und Kohle bestehend, brauchen würde, um dieselbe elektromotorische Kraft zu erzeugen, wie mit der zweiterwähnten Kombination. Genau ebenso verhält es sich mit den anderen erwähnten Körpern. — Das einfachste E. besteht aus zwei auf einander gelegten Scheiben od. Platten zweier verschiedener Metalle, eine Konstruktion, welche nur in der sog. Volta'schen Säule und in den sog. trockenen Säulen vorkommt. Gewöhnlich bedient man sich eines Gefäßes, ziemlich gefüllt mit angesäuertem Wasser,‚ in welches die zwei benutzten Körper tauchen. Verbindet man die letzteren durch einen Draht, so eirkulirt in demselben ein elektrischer Strom, den man auch an geeigneten Apbürgeen (Elektrometer) nachweisen u. messen kann. Ein solches E. verliert aber sehr bald seine ursprüngliche Kraft, weil eben durch seine Thätigkeit die Oberflächen beider Metalle sich theils mit einer Gas-, theils mit einer Oxydschicht bedecken. Um diesen Uebelstand zu umgehen, konstruirt man zum praktischen Gebrauch ein Daniellsches E. wie folgt: In ein Glasgefäß setzt man einen hohlen Cylinder von Kupfer, in diesen einen unten geschlossenen Cylinder von unglasirtem Thon (sog. Thonzelle) u. in diesen endlich bringt man das Zink. Zum Kupfer gießt man nun eine konzentrirte Lösung von Kupfervitriol, legt auch noch einige Stücke davon mit hinein; in die Thonzelle, also zum Zink, kommt Wasser mit dem achten Theil engl. Schwefelsäure. Oder man setzt statt des Kupfers einen Cylinder von Kohle in möglichst konzentrirte Salpetersäure und hat dadurch ein sogen. Bunsensches E. Letzteres ist bei übrigens gleichen Verhältnissen etwa noch einmal so kräftig als ein Daniellsches E. Die Thonzelle ist immer nur dazu da, die Vermischung der angewandten Flüssigkeiten abzuhalten; doch soll siedem Durchgange des elektrischen Stromes möglichst wenig Widerstand bieten. — Mehrere Ete verbunden stellen die galvanische Batterie dar, die bekantlich jetzt meist zum Telegraphiren, doch auch zur Galvanoplastik und zu einigen untergeordneten Zwecken gebraucht wird.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 233Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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